Kann ein Bergsteigerhelm Ihr Leben retten?

Ein Kletterhelm zählt zu den wichtigsten Ausrüstungsgegenständen überhaupt, wenn man leidenschaftlicher Kletterer ist. Es gibt kein anderes Körperteil, das so gut geschützt werden muss wie unser Kopf. Deshalb ist es wichtig, einen Helm auszuwählen, der stabil ist, zu den Anforderungen passt und vor allem maximale Sicherheit bietet – denn im Ernstfall kann er das eigene Leben retten.

 

Welche Arten von Kletterhelmen gibt es?

Zwar gelten für sämtliche Arten von Kletterhelmen dieselben Anforderungen und Normen, allerdings unterscheiden sich die Konstruktionen deutlich voneinander. So bietet jede Art von Kletterhelm seine individuellen Vor- und Nachteile. Es kommt also primär auf die Bedürfnisse des Kletterers selbst an, welche Art von Helm am besten zu ihm passt. Sich gleich von Anfang an für das richtige Modell zu entscheiden, vermeidet oft viel Ärger und sorgt auch dafür, dass man sich keine Gedanken mehr um die Qualität machen muss. Auch Einsteiger sollten nicht am falschen Ende sparen und lieber gleich etwas mehr in ein hochwertiges Modell investieren.

Die folgenden Helmarten gelten als gängige Typen auf dem Markt:

  • Hartschalenhelme – In den meisten Fällen bestehen Hartschalenhelme aus einer Schale aus Kunststoff, die über eine Art Gurtsystem verfügt. Dessen Aufgabe ist es, bei einer Belastung die Kräfte über den ganzen Kopf zu verteilen. Weiterhin sind die Gurte sehr elastisch, was für eine optimale Dämpfung sorgt. Hartschalenhelme gelten als besonders robust, aber dennoch unkompliziert zu handhaben. Zwischen der Außenschale und den Bändern kann die Luft optimal zirkulieren, so dass der Kopf besser gekühlt wird als es beispielsweise bei Hartschaumhelme der Fall ist. Allerdings gibt es einen Nachteil: Der Helm ist mit einem Gewicht zwischen 400 und 500 g vergleichsweise schwer. Trotzdem findet er vor allem Verwendung beim Eis- oder Alpinklettern, da er ein hohes Maß an Sicherheit bietet.
  • Hybridhelm – Der Hybridhelm vereint die Vorteile von Hartschalen- und In-Mold-Helmen in sich. Er besteht aus einer relativ dünnwandigen Schale, die nicht so dick ist wie jene des Hartschalenhelms, aber dafür über eine Styroporschicht verfügt. Ihre Aufgabe ist es, Stöße gut abzuämpfen. Deshalb sind Hybridhelme eine gute Wahl zum Klettern: Sie sind ähnlich robust wie Hartschalenhelme, aber etwas leichter.
  • In-Mold-Helm – Das Verfahren In-Mold bedeutet, dass der Hartschaum und die Schale des Helms miteinander verschweißt werden. Auf diese Weise entsteht eine stabile Schicht aus beiden Materialien, die für einen guten Schutz beim Klettern sorgt. Ein großer Vorteil von In-Mold-Helmen ist ihr geringes Eigengewicht, das lediglich etwa 200 g beträgt. Allerdings ist die Stabilität dieser Helme nicht so hoch wie bei Hybrid- oder Hartschalenhelmen – bei Stößen brechen sie schneller und bieten somit nicht dasselbe hohe Maß an Sicherheit.

 

 

Worauf beim Kauf eines Kletterhelms geachtet werden sollte

Wer einen Kletterhelm kaufen möchte, findet im Fachhandel inzwischen eine riesige Auswahl an verschiedenen Produkten. Da es gerade für Laien oft nicht einfach ist, das richtige Modell auszuwählen, stellen wir die wichtigsten Kriterien nachfolgend genauer vor.

 

Komfort

Damit sich ein Kletterhelm auch nach mehreren Stunden beim Klettern noch angenehm anfühlt, ist Tragekomfort enorm wichtig. Der Helm sollte bereits bei der Anprobe absolut nicht drücken, einengen oder in irgendeiner Form unbequem sein. Trotzdem schützt ein Helm den Kopf natürlich nur dann, wenn man ihn auch trägt. Heutzutage bieten hochwertige Kletterhelme jedoch in der Regel einen hohen Tragekomfort, so dass sich für jeden Kopf ein passendes Modell findet. Um ein besseres Gefühl dafür zu bekommen, ist es zu empfehlen, vor dem Kauf verschiedene Helme auszuprobieren.

 

Passform

Mindestens ebenso wichtig wie der Komfort ist die Passform des Kletterhelms. Da jeder Kopf anders geformt ist, ist meist eine ausgiebige Anprobe mehrerer Modelle unumgänglich, um das richtige Modell zu finden. Optimal ist, wenn ein Helm schon ohne Verschluss fest auf dem Kopf sitzt und nicht wackelt. Er darf jedoch den Kopf weder einengen noch durch festes Drücken platziert werden – ansonsten kann man damit rechnen, dass man sich nach mehreren Stunden damit sehr unwohl fühlen wird. Klettert man gerne mit Brille oder Sonnenbrille, dann sollte diese bei der Anprobe unbedingt getragen werden. So wird verhindert, ein Modell zu kaufen, bei dem das Tragen einer Brille aufgrund Platzmangel gar nicht möglich ist.

 

Belüftung

Insbesondere im Frühjahr und im Sommer macht Klettern im freien Gelände Spaß – doch genau dann ist es auch wichtig, dass der Kletterhelm über eine gute Belüftung verfügt, um darunter nicht zu schwitzen. Beim Kauf sollten die Gitter und Schlitze nicht zu grob sein, da ansonsten kleine Steine oder Staub darin landen könnten. Einige Hersteller bieten aus diesem Grund Modelle mit verschließbaren Belüftungsschlitzen an, welche sich durch eine Art Netz verschließen lassen, das dann einen guten Schutz vor Feuchtigkeit oder kleinen Steinen bietet. Die Schlitze lassen sich natürlich auch öffnen, wenn die Bedingungen es erlauben.

 

Fragen & Antworten zum Thema

Wie wichtig ist das Gewicht?

lukas leitner k7Z U4LOLKo unsplashDas Eigengewicht eines Kletterhelms hängt eng mit dem Tragekomfort zusammen, denn ein zu schwerer Helm ist alles andere als angenehm zu tragen. Die leichtesten auf dem Markt erhältlichen Modelle wiegen oft nur 150 g – dies sind in der Regel In-Mold-Helme, was etwa so viel ist wie ein Apfel. Dem gegenüber stehen schwerere Hartschalenhelme. Welche Bauart für einen selbst die richtige Wahl ist, muss allerdings jeder Kletterer für sich selbst entscheiden.

Welche Aspekte sind bei der Passform zu beachten?

Die Passform muss bei jeden Kletterhelm noch einmal individuell reguliert werden können, damit er optimal auf dem Kopf sitzt. Idealerweise lässt sich die Größe einhändig verstellen. Dies gewährleisten kleine Rädchen am Helm, die man selbst mit Handschuhen gut bedienen kann und eine stufenlose Regulierung der Weite ermöglichen. Je mehr Einstellmöglichkeiten ein Kletterhelm bietet, desto mehr Tragekomfort kann man erwarten.

 

Fazit: Ein Kletterhelm muss mit Sorgfalt ausgewählt werden

Kletterhelme können im Ernstfall das Leben retten. Daher sollte einem Kauf immer ein Vergleich vorausgehen, der mit viel Sorgfalt durchgeführt wird. Der richtige Helm bietet nicht nur ein Höchstmaß an Sicherheit, sondern auch Stabilität, Komfort und entsprechende Möglichkeiten zur Anpassung. Meist lohnt es sich, lieber etwas mehr in ein hochwertiges Modell zu investieren, das sich langfristig bezahlt macht.

Über Giacomo Hermosa 13 Artikel
Giacomo Hermosa ist 37 Jahre alt, Vater von zwei Kindern und verheiratet. Vor elf Jahren hat er die Magister der Biologie und Anglistik erfolgreich absolviert. Hier hat er sich interdisziplinär mit den Themen Bioverfügbarkeit und Medizinalhanf beschäftigt. In seiner Freizeit schreibt er v.a. in den Bereichen Fitness, Ernährung und – familiär bedingt – über einige besondere Autoimmunerkrankungen. Seine Veröffentlichungen findet man u.a. auf seiner Website und bei der taz.