Vitamin D

Kurze Antwort

Vitamin D ist ein fettlösliches Vitamin, das der Körper unter Einwirkung von UVB-Strahlung in der Haut selbst bilden kann und das für die Kalziumaufnahme, Knochen und das Immunsystem essenziell ist. Der EU-Nährstoffbezugswert (NRV) beträgt 5 µg (200 IE) für Erwachsene. In der Praxis sind Mängel weit verbreitet, besonders in nördlichen Breitengraden in den Wintermonaten. Die EU hat mehrere gesundheitsbezogene Aussagen für Vitamin D zugelassen.

Vitamin D auf einen Blick
Formen Cholecalciferol (D3, tierisch), Ergocalciferol (D2, pflanzlich)
NRV (EU, Erwachsene) 5 µg = 200 IE (EU-VO 1169/2011, Anhang XIII)
Synthese UVB-Strahlung auf die Haut (7-Dehydrocholesterol → D3)
Nahrungsquellen Fetter Fisch, Eigelb, Lebertran, angereicherte Lebensmittel
Mangel-Risiko Winter, nördliche Lagen, dunkle Haut, wenig Sonnenlicht
Zugelassene EU-Aussagen Knochen, Zähne, Immunsystem, Muskelfunktion, Kalziumaufnahme

Vitamin D ist eigentlich kein klassisches Vitamin, sondern ein Hormonvorläufer: Es wird in der Haut gebildet, in der Leber und Niere aktiviert und wirkt dann an Rezeptoren in nahezu jedem Organ. Fachleute empfehlen vielen Menschen – besonders in der Schweiz und in Deutschland von Oktober bis März – die Supplementierung zu prüfen.

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Nährstoff

Aufgenommene Menge
80 mg

Anteil am Tagesbedarf (NRV)
NRV-Referenzwert
EU-Tagesbedarf (Erwachsene)
Einheit
mg = Milligramm · µg = Mikrogramm
Hinweis: Der NRV (Nährstoffbezugswert nach EU-Verordnung 1169/2011) ist ein Durchschnittswert für gesunde Erwachsene, keine individuelle Empfehlung. Mehr ist nicht automatisch besser – bei einigen Stoffen gibt es Höchstmengen. Keine Heilaussage; bei Fragen zur Einnahme ärztlichen Rat einholen.

EU-zugelassene gesundheitsbezogene Aussagen

Für Vitamin D sind in der EU mehrere Health Claims nach Verordnung 432/2012 zugelassen. Vitamin D trägt bei:

  • Zur normalen Aufnahme und Verwertung von Kalzium und Phosphor
  • Zur Erhaltung normaler Knochen und Zähne
  • Zur normalen Funktion des Immunsystems
  • Zur normalen Muskelfunktion
  • Zur normalen Zellteilung

Diese Aussagen dürfen nur verwendet werden, wenn das Produkt die entsprechende Mindestmenge Vitamin D enthält (15 % des NRV je 100 g oder je Portion, je nach Regelung).

Quellen und Eigensynthese

Unter Einwirkung von UVB-Strahlung (Wellenlänge 290–315 nm) wandelt die Haut 7-Dehydrocholesterol in Prä-Vitamin-D3 um, das dann zu Cholecalciferol (D3) wird. Dieser Prozess funktioniert:

  • Gut: April bis September in Mitteleuropa zwischen ca. 11 und 15 Uhr, wenn der Sonnenstand hoch genug ist.
  • Eingeschränkt: Oktober bis März, bei niedriger Sonne, hinter Glas, mit Sonnenschutzmittel (LSF ab 15 reduziert die Synthese stark), bei dunkler Haut.

Nahrungsquellen liefern in der Regel nur geringe Mengen Vitamin D. Lebertran, Hering und Lachs sind die besten Quellen.

Vitamin D: Syntheseweg und Nahrungsquellen (µg/100 g)Sonnenlicht-SyntheseUVB 290–315 nm→ D3 in der HautLeber: 25-OH-D3Niere: aktives 1,25(OH)₂D3Apr–Sep / MitteleuropaNahrungsquellen (µg/100 g)Lebertran~80–200 µgHering/Lachs~7–25 µgEigelb~1–4 µgang. LebensmittelvariabelNRV Erwachsene: 5 µg (200 IE)
Vitamin D entsteht überwiegend durch Sonneneinstrahlung; Nahrungsquellen sind selten und liefern nur kleine Mengen.

Mangel, Überdosierung und Hinweise

Mangel (25-OH-D3 im Blut unter 30 nmol/l) ist in Mitteleuropa häufig, besonders im Winter. Symptome können Müdigkeit, Muskelschmerzen und erhöhte Infektanfälligkeit sein. Ein Bluttest klärt den tatsächlichen Status.

Überdosierung ist bei normaler Sonnenexposition nicht möglich, aber bei sehr hohen Supplementdosen über lange Zeit kann sich Kalzium in Organen ablagern (Hyperkalzämie). Symptome: Übelkeit, Schwäche, Nierensteine. Langfristig mehr als 100 µg/Tag sollten Erwachsene nur unter ärztlicher Aufsicht einnehmen.

Wechselwirkungen: Vitamin D kann mit Diuretika, Herzglykosiden und anderen Medikamenten interagieren. Bei bestehenden Erkrankungen (z. B. Sarkoidose, Hyperparathyreoidismus) ist besondere Vorsicht geboten.

Häufige Fragen

Wie viel Vitamin D brauche ich täglich?

Der EU-NRV beträgt 5 µg (200 IE). Fachgesellschaften wie die DGE nennen für Erwachsene ohne ausreichende Sonnenexposition Richtwerte von 20 µg (800 IE) täglich. Lass deinen 25-OH-D3-Spiegel am besten messen, bevor du hochdosiert supplementierst.

D2 oder D3 – was ist besser?

D3 (Cholecalciferol, meist aus Schafwolle/Lanolin oder Flechten für vegane Varianten) hebt den 25-OH-D3-Spiegel im Blut effektiver an als D2 (Ergocalciferol aus Pilzen/Hefe). Für Veganer gibt es D3 aus Flechten (Lichen).

Kann Sonnencreme die Vitamin-D-Synthese blockieren?

Sonnenschutzmittel mit LSF 15+ reduzieren die Vitamin-D-Synthese theoretisch stark. In der Praxis werden Filter selten lückenlos aufgetragen; für ausreichend Synthese reichen kurze ungeschützte Expositionszeiten der Unterarme.

Was passiert bei Vitamin-D-Überdosierung?

Sehr hohe Dosen über lange Zeit können zu Hyperkalzämie führen (Kalziumablagerungen in Organen). Symptome: Übelkeit, Appetitlosigkeit, Schwäche, häufiges Wasserlassen. Über 100 µg/Tag nur unter ärztlicher Kontrolle.

Sind Pilze eine gute Vitamin-D-Quelle?

Pilze, die UVB-Licht ausgesetzt wurden, können Vitamin D2 bilden. Handelsübliche Pilze (ohne UVB-Trocknung) enthalten jedoch meist kaum Vitamin D. Spezielle UV-behandelte Produkte sind eine Option für Veganer.

Fazit

Vitamin D ist ein essenzieller Nährstoff mit klar zugelassenen Wirkaussagen für Knochen, Immunsystem und Muskulatur. Viele Menschen in der Schweiz und Deutschland sind im Winter mangelmässig versorgt. Vor einer Supplementierung empfiehlt sich ein Bluttest; die Dosierung richtet sich nach dem individuellen Status und sollte bei Vorerkrankungen ärztlich begleitet werden.

Quellen

  1. EU-Verordnung 432/2012 – Zugelassene gesundheitsbezogene Angaben für Vitamin D.
  2. Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Referenzwerte Vitamin D (2012, aktualisiert).
  3. Holick M. F. (2007): Vitamin D deficiency. New England Journal of Medicine 357:266–281.

Redaktioneller Lexikon-Beitrag von gdp.ch · informativ, keine Heil- oder Gesundheitsversprechen · zuletzt geprüft 2026.