Drachenfrucht

Kurze Antwort

Drachenfrucht (Pitaya) ist die Frucht verschiedener Kaktusarten der Gattung Selenicereus (früher Hylocereus), die ursprünglich aus Mittelamerika stammt und heute weltweit in tropischen Regionen angebaut wird. Die auffällig leuchtende Aussenschale mit ihren blattartigen Schuppen und das farbige Fruchtfleisch machen sie zu einem der erkennbarsten Exoten im Supermarkt. Drei Hauptsorten sind handelsüblich: weiss-, rot- und gelbfleischig.

Drachenfrucht auf einen Blick
Botanischer Name Selenicereus undatus (weiss), S. costaricensis (rot), S. megalanthus (gelb)
Familie Kakteengewächse (Cactaceae)
Nährwerte (170 g) ca. 102 kcal, 5 g Ballaststoffe, 13 g Zucker
Relevante Nährstoffe Vitamin C, Eisen, Magnesium, Kalzium
Ursprung Mittelamerika; Hauptanbau Vietnam, Thailand, Israel
Saison in CH/DE ganzjährig als Import erhältlich

Der Name «Drachenfrucht» leitet sich von der schuppenartigen Aussenschale ab, die an Drachenschuppen erinnert. Trotz ihres exotischen Aussehens ist der Geschmack mild und leicht süsslich – am ehesten vergleichbar mit Wassermelone oder Kiwi. Sie wird frisch gegessen, als Smoothiezutat oder zu Joghurt-Bowls verwendet. Wer auf Farbe setzt, greift zur rotfleischigen Sorte: Sie enthält mehr Betacyanine als die weisse Variante.

Botanik und Anbau

Drachenfrucht-Kakteen klettern als Epiphyten an Bäumen oder Mauerwerk hoch. Sie blühen ausschliesslich nachts und sind auf Nachtfalter oder Fledermäuse als Bestäuber angewiesen. Eine einzelne Blüte lebt nur wenige Stunden. Der Fruchtansatz erfolgt nach wenigen Wochen; ausgewachsene Pflanzen können mehrmals im Jahr tragen.

Drei Sorten im Vergleich

Gängige Handelssorten
Sorte Schale Fruchtfleisch Besonderheit
S. undatus pink/rot weiss häufigste Importsorte
S. costaricensis dunkelrot rot/magenta höherer Betacyaningehalt
S. megalanthus gelb weiss süsser, kleiner

Nährstoffe und Inhaltsstoffe

Eine handelsübliche Frucht (ca. 170 g essbares Fruchtfleisch) enthält rund 102 Kilokalorien, etwa 5 g Ballaststoffe sowie kleinere Mengen Vitamin C, Eisen und Magnesium. Der Wassergehalt ist hoch (ca. 80 %), was sie kalorienarm macht. Charakteristisch für die rotfleischige Sorte sind Betacyanine – das sind dieselben roten Pflanzenfarbstoffe, die auch in Roter Beete vorkommen. Sie sind wasserlöslich und können den Urin harmlos rötlich färben (Betaurie), was gelegentlich für Erschrecken sorgt.

  • Ballaststoffe: ca. 5 g je Frucht – tragen zur normalen Verdauungsfunktion bei
  • Vitamin C: kleiner Anteil – wichtig für die normale Funktion des Immunsystems und den Kollagenstoffwechsel (EU Health Claim)
  • Eisen: Spurenmenge – pflanzenbasiertes Nicht-Häm-Eisen, das vom Körper schlechter aufgenommen wird als Hämeisen aus Fleisch
  • Magnesium: geringe Menge – beiträgt zur normalen Muskelfunktion (EU Health Claim)
  • Samen: enthalten mehrfach ungesättigte Fettsäuren, werden beim Kauen aber kaum aufgeschlossen

Wie schmeckt sie und wie isst man sie?

Am einfachsten halbierst du die Frucht längs und löffelst das Fruchtfleisch heraus oder schneidest es in Würfel. Die Schale ist nicht essbar. Reife Früchte geben bei leichtem Druck etwas nach, ähnlich wie eine reife Avocado. Bei Raumtemperatur hält sie sich ein bis zwei Tage; im Kühlschrank einige Tage länger.

Nährstoffe pro 170 g Drachenfrucht102 kcalEnergie5 gBallaststoffe13 gZuckerVit. CvorhandenFe/MgSpurenQuellen: USDA FoodData Central; Werte gerundet
Drachenfrucht ist kalorienarm und punktet mit Ballaststoffen, während die Mikronährstoffe in Spurenmengen vorliegen.

Gesundheitliche Einordnung

Für Drachenfrucht gibt es bislang keine durch die EFSA zugelassenen Health Claims im Sinne der Verordnung (EG) Nr. 1924/2006. Einige In-vitro- und Tierstudien untersuchten Betacyanine und Polyphenole aus der Frucht auf antioxidative Effekte; klinische Studien am Menschen, die spezifische gesundheitliche Wirkungen belegen, fehlen. Die Frucht ist Bestandteil einer ausgewogenen, pflanzenreichen Ernährung und liefert dabei Ballaststoffe und kleine Mengen Mikronährstoffe – das ist ihre nachgewiesene Stärke.

Häufige Fragen

Ist Drachenfrucht für jeden geeignet?

Für die meisten Erwachsenen ist Drachenfrucht als Lebensmittel unbedenklich. Einzelfälle von Allergien wurden beschrieben. Wer auf Korbblütler oder Kiwi reagiert, sollte bei einer neuen Frucht grundsätzlich vorsichtig beginnen.

Warum färbt Drachenfrucht den Urin rot?

Das liegt an den Betacyaninen in der rotfleischigen Sorte – denselben Farbstoffen wie in Roter Beete. Die Verfärbung (Betaurie) ist harmlos und vorübergehend. Bei der weissfleischigen Sorte tritt dieser Effekt nicht auf.

Enthält Drachenfrucht viel Zucker?

Eine Frucht (170 g) enthält etwa 13 g Zucker – vergleichbar mit einem mittelgrossen Apfel. Die gleichzeitig vorhandenen Ballaststoffe verlangsamen die Aufnahme. Als gelegentlicher Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung ist der Zuckergehalt kein Problem.

Woran erkenne ich, ob eine Drachenfrucht reif ist?

Die Schale sollte gleichmässig gefärbt sein, leicht glänzen und bei Fingerdruck minimal nachgeben – ähnlich wie eine reife Kiwi. Zu harte Früchte brauchen noch Zeit; zu weiche oder mit bräunlichen Stellen sind überreif.

Wie bewahrt man Drachenfrucht auf?

Ganze Früchte halten sich bei Zimmertemperatur ein bis zwei Tage, im Kühlschrank (ca. 10 °C) bis zu einer Woche. Angeschnittene Früchte im Kühlschrank abgedeckt aufbewahren und innerhalb von zwei Tagen verzehren.

Fazit

Drachenfrucht ist ein attraktives, kalorienarmes Lebensmittel mit angenehm mildem Geschmack, das sinnvoll in eine abwechslungsreiche Ernährung passt. Ihre Stärken liegen in den Ballaststoffen und dem optischen Reiz; medizinische Heilwirkungen sind für sie wissenschaftlich nicht belegt.

Quellen

  1. USDA FoodData Central: Nutritional data for pitaya/dragon fruit (2024).
  2. EFSA: Register of authorised EU health claims – Verordnung (EG) Nr. 1924/2006.
  3. Wybraniec S. et al.: Betacyanins from Hylocereus – Biochemistry and stability. J. Agric. Food Chem.

Redaktioneller Lexikon-Beitrag von gdp.ch · informativ, keine Heil- oder Gesundheitsversprechen · zuletzt geprüft 2026.