Magnesium

Kurze Antwort

Magnesium ist ein essenzielles Mengenelement und nach Natrium, Kalium und Kalzium das vierthäufigste Kation im menschlichen Körper, das als Kofaktor für mehr als 300 Enzyme unentbehrlich ist. Der EU-Nährstoffbezugswert (NRV) beträgt 375 mg pro Tag. Es ist beteiligt an der Energieproduktion (ATP-Aktivierung), der Muskel- und Nervenfunktion sowie der Erhaltung normaler Knochen und Zähne.

Magnesium auf einen Blick
Typ Mengenelement / Mineral
NRV (EU-Tagesbedarf) 375 mg für Erwachsene
Enzymbeteiligung Kofaktor für über 300 Enzyme
Reiche Quellen Vollkorngetreide, Spinat, Hülsenfrüchte, Nüsse, Kürbiskerne, dunkle Schokolade
Zugelassene EU-Aussagen Muskel-, Nerven-, Energiefunktion; Knochen, Zähne; Proteinbiosynthese; psychische Funktion; Elektrolytgleichgewicht
Überdosierung hohe Supplementdosen → Durchfall; schwere Überdosierung → Herzrhythmusstörungen

Magnesium ist nach Kalzium das zweithäufigste intrazelluläre Kation. Im Körper ist es zu rund 60 % im Knochen gebunden, zu 38 % in Muskeln und Weichteilen und nur zu etwa 1 % im Blut – weshalb der Blutserumwert allein den Magnesiumstatus nicht vollständig abbildet. Der NRV-Rechner zeigt dir, wie viel eine bestimmte Menge des Tagesbedarfs abdeckt.

NRV-Rechner

Wie viel deckt eine Menge vom Tagesbedarf (Nährstoffbezugswert)? Nährstoff wählen, Menge einstellen.

Nährstoff

Aufgenommene Menge
80 mg

Anteil am Tagesbedarf (NRV)
NRV-Referenzwert
EU-Tagesbedarf (Erwachsene)
Einheit
mg = Milligramm · µg = Mikrogramm
Hinweis: Der NRV (Nährstoffbezugswert nach EU-Verordnung 1169/2011) ist ein Durchschnittswert für gesunde Erwachsene, keine individuelle Empfehlung. Mehr ist nicht automatisch besser – bei einigen Stoffen gibt es Höchstmengen. Keine Heilaussage; bei Fragen zur Einnahme ärztlichen Rat einholen.

Wozu der Körper Magnesium braucht

In der EU sind für Magnesium zahlreiche gesundheitsbezogene Aussagen zugelassen (Verordnung 432/2012). Magnesium trägt bei zur:

  • Normalen Muskelfunktion – Muskelkontraktion und -entspannung sind magnesiumabhängig.
  • Normalen Nervenfunktion – Übertragung von Nervensignalen.
  • Normalen Energieproduktion – ATP wird erst durch Bindung an Magnesium biologisch aktiv.
  • Erhaltung normaler Knochen und Zähne – Magnesium ist in der Knochenstruktur eingebaut.
  • Normalen Proteinsynthese – als Kofaktor in Ribosomenprozessen.
  • Normalen psychischen Funktion – Zusammenhang mit Neurotransmitter-Aktivität.
  • Normalen Elektrolytgleichgewicht – reguliert Natrium-, Kalium- und Kalziumtransporte.

Wie viel Magnesium brauchst du?

Der EU-NRV beträgt 375 mg für Erwachsene. Die DGE-Empfehlungen liegen je nach Alter und Geschlecht bei 300–400 mg/Tag. Erhöhter Bedarf besteht bei:

  • Leistungssport und starkem Schwitzen
  • Schwangerschaft und Stillzeit
  • Einnahme von Protonenpumpenhemmern (z.B. Omeprazol) oder Diuretika
  • Chronischem Alkoholkonsum
  • Typ-2-Diabetes (erhöhte renale Ausscheidung)
Magnesium in Lebensmitteln (mg/100 g, Richtwerte)Kürbiskerne~540Paranüsse~370Sonnenblumenkerne~350Dunkle Schokolade~165Spinat (gekocht)~87Werte variieren je nach Sorte und Anbaugebiet
Kürbiskerne und Paranüsse liefern pro Portion besonders viel Magnesium; auch dunkle Schokolade ist ein überraschend guter Lieferant.

Magnesiummangel erkennen

Ein leichter Magnesiummangel bleibt oft unbemerkt oder äussert sich unspezifisch:

  • Muskelkrämpfe (besonders in den Waden), Zuckungen
  • Müdigkeit und Erschöpfung
  • Schlafstörungen
  • Reizbarkeit und Stimmungsschwankungen
  • Herzstolpern (Palpitationen) bei schwererem Mangel

Da Serummagnesium nur 1 % des Körperpools spiegelt, kann der Wert im Blut normal sein, während intrazelluläre Speicher schon erschöpft sind. Bei anhaltenden Symptomen deshalb ärztliche Abklärung suchen.

Magnesiumsupplemente: Formen und Unterschiede

Nicht alle Magnesiumverbindungen sind gleich gut bioverfügbar:

  • Magnesiumcitrat: gut löslich, gute Resorption, im Vergleich weniger abführende Wirkung
  • Magnesiumglycinat / -bisglycinat: chelatiert, sehr gut verträglich, kaum Abführeffekt
  • Magnesiumoxid: hoher Magnesiumgehalt pro Kapsel, aber geringe Bioverfügbarkeit
  • Magnesiumchlorid: topisch als «Magnesiumöl» verwendet; Aufnahme durch die Haut ist beim Menschen kaum belegt

Häufige Fragen

Wie viel Magnesium täglich ist sinnvoll?

Der EU-NRV liegt bei 375 mg. Die DGE empfiehlt je nach Alter und Geschlecht 300–400 mg. Über die Nahrung ist die Zufuhr meist ungefährlich; bei Supplementen gilt 250–350 mg/Tag als praxisüblicher Bereich.

Hilft Magnesium gegen Muskelkrämpfe?

Magnesium trägt nachweislich zur normalen Muskelfunktion bei (EU-zugelassene Aussage). Ob Supplementierung Krämpfe bei gesunden Personen lindert, ist individuell verschieden; bei schwerem Mangel kann eine Ergänzung helfen.

Welche Magnesiumform ist am besten?

Magnesiumcitrat und -glycinat gelten als besonders gut bioverfügbar und verträglich. Magnesiumoxid enthält zwar mehr elementares Magnesium pro Kapsel, wird aber schlechter aufgenommen.

Kann man von Magnesium Durchfall bekommen?

Ja, besonders bei schlecht löslichen Verbindungen (Oxid, Carbonat) oder hohen Dosen. Magnesium zieht osmotisch Wasser in den Darm. Bei Durchfall Dosis reduzieren oder andere Verbindung wählen.

Ist Magnesiumöl (topisches Magnesiumchlorid) wirksam?

Die Resorption von topischem Magnesiumchlorid durch die intakte Haut ist beim Menschen kaum belegt. Als Hautpflege kann es genutzt werden, sollte aber nicht als Hauptquelle zur Magnesiumversorgung dienen.

Fazit

Magnesium ist ein unverzichtbares Mineral mit einer Vielzahl klar belegter Körperfunktionen. Wer sich abwechslungsreich mit Vollkorn, Nüssen, Hülsenfrüchten und grünem Gemüse ernährt, deckt den Bedarf meist ausreichend. Wer supplementiert, sollte gut bioverfügbare Formen (Citrat, Glycinat) bevorzugen und auf die Verträglichkeit achten.

Quellen

  1. Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) – Referenzwerte Magnesium 2021.
  2. EU-Verordnung 432/2012 – zugelassene gesundheitsbezogene Angaben für Magnesium.
  3. EFSA Scientific Opinion on Dietary Reference Values for Magnesium (2015).

Redaktioneller Lexikon-Beitrag von gdp.ch · informativ, keine Heil- oder Gesundheitsversprechen · zuletzt geprüft 2026.