Wakame

Kurze Antwort

Wakame (Undaria pinnatifida) ist eine Braunalge aus dem gemässigten Ostasien, die vor allem in der japanischen und koreanischen Küche in Misosuppen und Salaten verwendet wird und zu den jodreichsten Lebensmitteln überhaupt zählt. Sie enthält ausserdem das Carotinoid Fucoxanthin, Folat, Mangan, Magnesium und Calcium. Wegen des sehr hohen Jodgehalts ist ein übermässiger Konsum für Menschen mit Schilddrüsenerkrankungen problematisch.

Wakame auf einen Blick
Wissenschaftlicher Name Undaria pinnatifida
Typ Braunalge (Meeresgemüse)
Herkunft Japan, Korea, China (heute weltweit kultiviert)
Jodgehalt ca. 42 µg/g – übersteigt die NRV (150 µg/Tag) schon in kleinen Mengen
Leitsubstanz Fucoxanthin (Carotinoid), Fucoidan (Polysaccharid)
Kalorien ~45 kcal/100 g (frisch)
Rechtsstatus Lebensmittel; invasive Art in manchen Ländern

Wakame ist ein fester Bestandteil der japanischen und koreanischen Küche. Die zarten grünen Blätter werden in Misosuppe, Salatdressings und als Beilage verwendet. Seit den 1980er Jahren wird Wakame auch in Frankreich und Spanien angebaut – gleichzeitig gilt er in Neuseeland und anderen Ländern als invasive Algenart.

Herkunft, Anbau und Ökologie

Wakame stammt ursprünglich aus den kalten, gemässigten Küstengewässern Japans, Koreas und Nordchinas. Der kommerzielle Anbau begann in den 1960er Jahren in Korea und wurde seither stark industrialisiert. In Frankreich (Bretagne) etablierte sich der Wakame-Anbau ab 1983. Als blinde Passagierin auf Schiffsrümpfen und im Ballastwasser verbreitete sich die Alge weltweit – in Neuseeland wurde sie 2000 zum unerwünschten Organismus erklärt.

Invasive Art

Wakame bildet dichte Blätterdächer und beschattet heimische Algen; besonders in Neuseeland wurden dadurch Korallenalgen verdrängt, die für die Ansiedlung von Paua (Meeresschnecke) entscheidend sind. Einige Länder haben den Anbau dennoch unter strengen Bedingungen erlaubt, da verantwortungsvoll geernteter Wakame zur Kreislaufwirtschaft beitragen kann.

Nährwerte und Inhaltsstoffe

2 Esslöffel (10 g) Wakame liefern laut USDA: 4,5 kcal, 0,3 g Protein, 0,9 g Kohlenhydrate, 0,1 g Fett. Ausserdem pro Portion etwa 420 µg Jod – fast dreifache Tagesdosis. In 100 g enthält Wakame 107 mg Magnesium, 150 mg Calcium, 314 mg Kalium und 196 µg Folat.

Jod in Wakame vs. NRV (150 µg/Tag)NRV150 µg2 EL420 µg10 g~420 µgSchon 10 g frischer Wakameübersteigen die Jod-NRV deutlich.Bei Schilddrüsenerkrankungenärztlichen Rat einholen.Jodgehalte variieren je nach Herkunft und Zubereitung
Wakame ist eine der jodreichsten Nahrungsquellen; bei regelmässigem Konsum kann schnell ein Überschuss entstehen.

Fucoxanthin – das Leit-Carotinoid

Fucoxanthin ist ein marinspezifisches Carotinoid (Farbstoff), das Braunalgen ihre charakteristische Farbe gibt. In Laborstudien und Tierversuchen wurde Fucoxanthin auf antioxidative und metabolische Wirkungen untersucht; Aussagen über gesundheitliche Wirkungen beim Menschen sind wissenschaftlich noch unzureichend belegt, um als EU-zugelassene Health Claims zu gelten. Fucoidan, ein sulfatiertes Polysaccharid, wird ebenfalls erforscht.

Schilddrüse: Jod im Blickpunkt

Jod ist essenziell für die Schilddrüsenfunktion – Mangel wie auch Überschuss können die Schilddrüse beeinträchtigen. Die Jod-NRV der EU beträgt 150 µg/Tag für Erwachsene. Wakame kann diesen Wert in kleinen Portionen deutlich überschreiten. Menschen mit Hypo- oder Hyperthyreose, Autoimmunthyreoiditis oder bestehender Schilddrüsenmedikation sollten Wakame und andere Seetange nur nach ärztlicher Rücksprache konsumieren. Auch für Schwangere und Stillende gilt erhöhte Vorsicht.

Häufige Fragen

Wofür wird Wakame in der Küche verwendet?

Wakame wird vor allem in Misosuppe und japanischen Salatdressings eingesetzt. Die zarten Blätter haben einen milden, leicht salzig-jodig-süssen Geschmack und eine weiche Textur.

Ist Wakame für alle ungefährlich?

Für gesunde Erwachsene in massigen Mengen ja. Menschen mit Schilddrüsenerkrankungen oder einer Jodüberempfindlichkeit sollten vorsichtig sein, da Wakame sehr jodreich ist.

Was ist Fucoxanthin?

Fucoxanthin ist ein marines Carotinoid in Braunalgen. Im Labor zeigt es antioxidative Eigenschaften; für gesundheitsbezogene Aussagen beim Menschen fehlt bislang ausreichende klinische Evidenz.

Welche Menge Wakame ist sinnvoll?

Als Würzzutat in Suppen genügen 5–10 g (getrocknet 1–2 g); grössere Mengen täglich sind wegen des Jodgehalts nicht empfehlenswert ohne ärztliche Absprache bei Schilddrüsenproblemen.

Fazit

Wakame ist ein nährstoffreiches Meeresgemüse mit langer kulinarischer Tradition in Ostasien. Sein aussergewöhnlich hoher Jodgehalt ist sowohl Stärke als auch Einschränkung: massiger Genuss ist für gesunde Menschen unproblematisch, bei Schilddrüsenerkrankungen aber nur nach ärztlichem Rat. Als Zutate in Misosuppe oder Salat liefert Wakame Folat, Magnesium, Calcium und das Carotinoid Fucoxanthin.

Quellen

  1. USDA FoodData Central – Seaweed, wakame, raw.
  2. Watanabe, F. et al.: Iodine Status and Thyroid Disorders in Relation to Seaweed Consumption. Nutrients 2021.
  3. Miyashita, K.: Function of Marine Carotenoids. Forum Nutr. 2009.

Redaktioneller Lexikon-Beitrag von gdp.ch · informativ, keine Heil- oder Gesundheitsversprechen · zuletzt geprüft 2026.