Kalium

Kurze Antwort

Kalium ist ein essenzielles Mineral und Elektrolyt, das der Körper für die Nervenleitung, Muskelkontraktion und die Regulierung des Blutdrucks benötigt. Der Körper kann es nicht selbst herstellen; die Zufuhr erfolgt ausschliesslich über die Ernährung. Gute Quellen sind Bananen, Hülsenfrüchte, Süsskartoffeln und Spinat. Der EU-Tagesbedarf (NRV) liegt bei 2000 mg.

Kalium auf einen Blick
Chemisches Symbol K (Kalium, lat.); Ordnungszahl 19
Typ Mengenmineral / Elektrolyt
NRV (EU-Tagesbedarf) 2000 mg für Erwachsene
Reich enthalten in Hülsenfrüchte, Kartoffeln, Bananen, Spinat, getrocknete Aprikosen
Wichtigste Funktionen Elektrolythaushalt, Blutdruck, Muskel- und Nervenfunktion
Zugelassene Aussagen (EU) trägt zur normalen Muskelfunktion und zu normalem Blutdruck bei

Kalium gehört zu den mengenmässig bedeutendsten Mineralstoffen im Körper: etwa 98 % davon befinden sich in den Zellen. Dieses intrazelluläre Kation bildet zusammen mit dem extrazellulären Natrium das wichtigste Elektrolytpaar des Organismus. Wie viel eine bestimmte Menge vom Tagesbedarf abdeckt, kannst du im Rechner ablesen.

NRV-Rechner

Wie viel deckt eine Menge vom Tagesbedarf (Nährstoffbezugswert)? Nährstoff wählen, Menge einstellen.

Nährstoff

Aufgenommene Menge
80 mg

Anteil am Tagesbedarf (NRV)
NRV-Referenzwert
EU-Tagesbedarf (Erwachsene)
Einheit
mg = Milligramm · µg = Mikrogramm
Hinweis: Der NRV (Nährstoffbezugswert nach EU-Verordnung 1169/2011) ist ein Durchschnittswert für gesunde Erwachsene, keine individuelle Empfehlung. Mehr ist nicht automatisch besser – bei einigen Stoffen gibt es Höchstmengen. Keine Heilaussage; bei Fragen zur Einnahme ärztlichen Rat einholen.

Funktionen im Körper

Die EU hat für Kalium folgende gesundheitsbezogene Aussagen zugelassen: Es trägt zur normalen Muskelfunktion und zu einem normalen Blutdruck bei. Kalium reguliert das Zellmembranpotenzial – das elektrische Ungleichgewicht zwischen Zellinnen- und -aussenraum – das für die Übertragung von Nervenimpulsen und die Muskelkontraktion unerlässlich ist. Auch der Herzmuskel ist auf stabiles Kalium angewiesen.

Kalium und Blutdruck

Kalium unterstützt die Natriumausscheidung über die Nieren und wirkt so einer natriumbedingt erhöhten Blutgefässspannung entgegen. Eine kaliumreiche Ernährung (viel Gemüse und Obst) ist Teil der DASH-Diät, die für einen gesunden Blutdruck empfohlen wird.

Lebensmittelquellen und Bedarf

Kaliumgehalt ausgewählter Lebensmittel (je 100 g)
Lebensmittel Kalium
Weisse Bohnen (gekocht) ~1000 mg
Getrocknete Aprikosen ~1160 mg
Spinat (roh) ~560 mg
Banane ~360 mg
Kartoffel (mit Schale, gegart) ~420 mg
Kalium je 100 g (mg, gerundet)Weisse Bohnen1000Spinat560Kartoffel420Banane360NRV (EU): 2000 mg/Tag
Eine Portion Hülsenfrüchte oder zwei Bananen decken bereits einen grossen Teil des Tagesbedarfs.

Mangel und Risiken

Ein Kaliummangel (Hypokaliämie) entsteht selten durch eine normale Ernährung, kann aber auftreten bei starkem Erbrechen, Durchfall, bestimmten Diuretika oder sehr einseitiger Ernährung. Symptome sind Muskelkrämpfe, Schwäche, Herzrhythmusstörungen und Müdigkeit. Ein Kaliumüberschuss (Hyperkaliämie) ist bei gesunden Nieren ebenfalls selten, aber gefährlich bei Nierenerkrankungen oder bestimmten Medikamenten (ACE-Hemmer, kaliumsparende Diuretika). In diesen Fällen unbedingt ärztlich abklären.

Häufige Fragen

Wie viel Kalium brauche ich täglich?

Der EU-NRV beträgt 2000 mg pro Tag für Erwachsene. Fachgesellschaften empfehlen teils höhere Mengen (3500–4700 mg) aus Lebensmitteln; diese Werte sind über eine gemüse- und obstreiche Kost gut erreichbar.

Welche Lebensmittel enthalten viel Kalium?

Besonders kaliumreich sind Hülsenfrüchte, Kartoffeln, Süsskartoffeln, Spinat, Bananen und getrocknete Früchte. Tiefgefrorenes Gemüse ist genauso wertvoll wie frisches.

Sollte ich Kaliumpräparate einnehmen?

Für gesunde Erwachsene ist das selten nötig – der Bedarf lässt sich über die Ernährung decken. Wer Diuretika einnimmt oder von ärztlicher Seite einen Mangel bestätigt bekommen hat, sollte Präparate nur nach Absprache verwenden, da zu viel Kalium gefährlich sein kann.

Kann zu viel Kalium schaden?

Über normale Lebensmittel kaum. Bei Nierenerkrankungen oder Einnahme bestimmter Medikamente kann der Spiegel jedoch gefährlich steigen. Kaliumpräparate nie ohne ärztliche Empfehlung einnehmen.

Senkt Kalium den Blutdruck?

Eine kaliumreiche Ernährung trägt gemäss EU-zugelassenen Aussagen zu einem normalen Blutdruck bei. Das ist kein Heilversprechen, aber eine gut belegte ernährungsphysiologische Beziehung.

Fazit

Kalium ist ein zentrales Elektrolyt für Herz, Muskeln und Nerven. Der Tagesbedarf lässt sich problemlos über eine abwechslungsreiche, gemüsereiche Ernährung decken. Wer Diuretika nimmt oder an Nierenerkrankungen leidet, sollte den Kaliumspiegel regelmässig kontrollieren lassen.

Quellen

  1. EU-Verordnung 1169/2011, Anhang XIII – Nährstoffbezugswerte (NRV).
  2. EU-Verordnung 432/2012 – Liste zugelassener gesundheitsbezogener Angaben für Kalium.
  3. Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) – Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr, Kalium.

Redaktioneller Lexikon-Beitrag von gdp.ch · informativ, keine Heil- oder Gesundheitsversprechen · zuletzt geprüft 2026.