NADH (Nicotinamidadenindinukleotid-Hydrid, auch Coenzym 1) ist eine biologisch aktive Form von Niacin (Vitamin B3) und spielt eine zentrale Rolle bei der Energiegewinnung in jeder Körperzelle. Es überträgt in den Mitochondrien Elektronen und ermöglicht so die Bildung von ATP – dem universellen Energieträger des Lebens. Daneben wirkt NADH als zelluläres Antioxidans und ist an der DNA-Reparatur beteiligt.
| Vollständiger Name | Nicotinamidadenindinukleotid-Hydrid (reduzierte Form) |
|---|---|
| Auch bekannt als | Coenzym 1 |
| Ausgangsstoff | Niacin (Vitamin B3); Körper synthetisiert NADH selbst |
| Funktion | ATP-Produktion, Antioxidans, DNA-Reparatur |
| Nahrungsquellen | Fleisch, Pilze, Erdnüsse, Avocado |
| Supplement-Dosierung | 10–20 mg/Tag (üblich in Studien), bis 100 mg möglich |
NADH ist kein Vitamin, das über die Nahrung aufgenommen werden muss – der Körper bildet es selbst aus Niacin (Vitamin B3). Trotzdem bieten manche Nahrungsquellen NADH direkt an. Als Nahrungsergänzungsmittel sind NADH-Präparate in magensaftresistenten Kapseln erhältlich, die eine bessere Aufnahme sichern sollen. Die Forschung zu NADH beim Menschen steckt noch in frühen Phasen; zugelassene EU-Gesundheitsaussagen existieren für NADH selbst nicht.
NADH im Energiestoffwechsel
Jede Zelle produziert Energie aus Nährstoffen. Im letzten Schritt dieser Kaskade – der Atmungskette in den Mitochondrien – übergibt NADH Elektronen an ein Proteinkomplex-System. Diese Elektronen treiben eine Art molekularen Motor an, der ATP erzeugt. Ohne ausreichend NADH sinkt die zelluläre Energieerzeugung. Dies macht NADH zu einem Forschungsgegenstand bei altersabhängigem Energieabfall und beim Chronischen Erschöpfungssyndrom (CFS).
NADH und NADPH – was ist der Unterschied?
NADPH ist eine phosphorylierte Schwesterform von NADH. Es hat andere Aufgaben: NADPH ist vor allem im Zellschutz und in der Fettsäuresynthese aktiv. NADH hingegen ist primär für die Energiegewinnung zuständig. Beide können freie Radikale abfangen, sind jedoch nicht untereinander austauschbar.
Nahrungsquellen
- Fleisch (Rind, Geflügel): gute NADH-Quellen; Garung verringert den Gehalt.
- Pilze: besonders Champignons und Steinpilze liefern nennenswerte Mengen.
- Erdnüsse: enthalten Niacin, aus dem der Körper NADH bildet.
- Avocado: enthält neben Niacin weitere Coenzyme; fetthaltig, begünstigt Aufnahme fettlöslicher Kofaktoren.
NADH als Antioxidans
Neben seiner Rolle in der Energiegewinnung kann NADH auch freie Radikale abfangen. Es reduziert oxidativen Stress auf Zellebene und kann so theoretisch andere Antioxidantien (z. B. Coenzym Q10) regenerieren. Diese Zusammenhänge werden in der Grundlagenforschung intensiv untersucht; klinische Belege für starke Effekte beim Menschen fehlen weitgehend.
Sicherheit und Einnahme
NADH gilt in den üblichen Supplementmengen (10–20 mg/Tag) als gut verträglich. Bei sehr hohen Dosen können Schlafstörungen oder Nervosität auftreten, da NADH an Katecholamin-Synthese beteiligt ist. Die Einnahme wird auf nüchternen Magen oder mit magensaftresistenten Kapseln empfohlen. Wer Medikamente nimmt oder an Vorerkrankungen leidet, sollte vor Supplementierung ärztlichen Rat einholen.
Häufige Fragen
Ist NADH ein Vitamin?
Was unterscheidet NADH von NAD+?
NAD+ ist die oxidierte Form; NADH die reduzierte, aktive Form mit einem zusätzlichen Elektron. Beide wechseln im Stoffwechsel ständig die Form. NADH ist die energiereichere Variante.
Für wen ist NADH-Supplementierung sinnvoll?
NADH-Präparate werden bei Müdigkeit, CFS-Symptomen und altersabhängigem Energieabfall diskutiert. Die Datenlage aus klinischen Studien ist begrenzt; eine allgemeine Empfehlung lässt sich nicht aussprechen.
Wie nimmt man NADH am besten ein?
Auf nüchternen Magen, mindestens 30 Minuten vor dem Frühstück; magensaftresistente Kapseln verbessern die Bioverfügbarkeit, da NADH säureempfindlich ist.
Gibt es Wechselwirkungen mit Medikamenten?
NADH ist an der Synthese von Botenstoffen beteiligt. Wer Antidepressiva, MAO-Hemmer oder andere Substanzen nimmt, die den Katecholamin-Stoffwechsel beeinflussen, sollte unbedingt ärztlichen Rat einholen.
Fazit
NADH (Coenzym 1) spielt eine unverzichtbare Rolle in der zellulären Energieproduktion. Der Körper bildet es selbst; Supplemente können interessant sein, wenn die körpereigene Produktion nachlässt. Klinische Belege für klare Wirkungen beim Menschen sind noch dünn; EU-zugelassene Health Claims für NADH existieren nicht. Wer NADH ergänzt, sollte auf magensaftresistente Kapseln und moderate Dosierungen achten.
Quellen
- Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) – Referenzwerte Niacin.
- Birkmayer G.D. et al.: The coenzyme nicotinamide adenine dinucleotide (NADH) as biological antioxidant. JANA, 1996.
- EFSA – Scientific Opinion on Niacin, EFSA Journal 2014.
Redaktioneller Lexikon-Beitrag von gdp.ch · informativ, keine Heil- oder Gesundheitsversprechen · zuletzt geprüft 2026.

