Emu-Öl

Kurze Antwort

Emuöl ist ein tierisches Öl, das aus dem Unterhautfettgewebe des Emus (Dromaius novaehollandiae) gewonnen wird und besonders reich an einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren ist. Sein Fettsäureprofil ähnelt dem menschlichen Hauttalgfett, was es emollient und gut hautzuträglich macht. Es wird hauptsächlich topisch in der Körperpflege eingesetzt.

Emuöl auf einen Blick
Quelle Unterhautfettgewebe des Emus (Dromaius novaehollandiae)
Gewinnung Rendering (Schmelzen) und Raffination oder Kaltpressung
Hauptfettsäuren Ölsäure (Omega-9, ~45 %), Linolsäure (Omega-6, ~21 %), Palmitinsäure (~21 %)
Verwendung topische Hautpflege, Haarpflege, als Trägeröl für ätherische Öle
Herkunft Australien (ursprüngliches Kulturwissen der Aborigines), heute weltweit gezüchtet
Wichtiger Hinweis tierisches Produkt – nicht vegan; keine eindeutigen klinischen Belege für systemische Wirkungen

Der Emu, der grösste lebende australische Vogel, wurde von den australischen Aborigines seit Jahrtausenden als Nahrungsquelle und zu medizinischen Zwecken genutzt – das Fett galt als Hautpflegemittel und Schutzmittel gegen die Sonne. Heute stammt kommerzielles Emuöl aus geregelten Farmen, hauptsächlich in Australien und den USA. Der Verdünnungs-Rechner unten hilft dir, die richtige Mischung für dein Trägeröl zu finden.

Verdünnungs-Rechner

Wie viele Tropfen ätherisches Öl auf deine Trägeröl-Menge? Wähle Menge und Konzentration.

Trägeröl-Menge
30 ml

5100200 ml
Konzentration
Ätherisches Öl
Tropfen
Konzentration
Anteil ätherisches Öl
Menge ätherisches Öl
≈ 20 Tropfen je ml
Geeignet für
Richtwert
Hinweis: Ätherische Öle nie unverdünnt auf die Haut. Vor der ersten Anwendung einen Hauttest (Ellenbeuge) machen. Bei Schwangerschaft, Kindern und Haustieren gelten besondere Vorsichten. Werte sind rechnerische Richtwerte, keine medizinische Empfehlung.

Fettsäureprofil und Hautverträglichkeit

Emuöl besteht zu rund 70 % aus ungesättigten Fettsäuren. Seine Zusammensetzung ähnelt dem menschlichen Hauttalgfett, was die gute Verträglichkeit erklärt:

  • Ölsäure (Omega-9, ~45 %): eindringe tief in die Haut; verbessert Feuchtigkeitsretention und Geschmeidigkeit.
  • Linolsäure (Omega-6, ~21 %): essenziell für die Hautbarriere; ceramidähnliche Wirkung.
  • Palmitinsäure (~21 %): gesättigte Fettsäure; stabilisiert die Formulierung.
  • Alpha-Linolensäure (Omega-3, ~1 %): nur Spurenanteile im Emuöl.

Emuöl wird als «nicht-komedogen» (poren-verträglicher) beschrieben, was bedeutet, dass es die Haut weniger verklebt als viele rein gesättigte Öle. Das ist für Pflegeroutinen besonders für gemischte oder empfindliche Haut relevant.

Fettsäureprofil Emuöl (%, typische Werte)Ölsäure (Omega-9)~45 %Palmitinsäure (gesättigt)~21 %Linolsäure (Omega-6)~21 %Stearinsäure (gesättigt)~11 %ALA + andere~2 %
Ölsäure (Omega-9) dominiert das Fettsäureprofil des Emuöls und macht es besonders geschmeidig.

Anwendung in der Pflege

Emuöl eignet sich für verschiedene topische Anwendungen:

  • Körperöl: pur oder gemischt mit anderen Pflegeölen (z.B. Jojobaöl, Mandelöl) auf Haut auftragen.
  • Haarpflege: wenige Tropfen in trockenes oder feuchtes Haar einmassieren; gibt Glanz.
  • Trägeröl für ätherische Öle: Die gute Hautpenetration macht Emuöl zu einem geeigneten Trägeröl – den Rechner oben für die Tropfenmenge nutzen.
  • Nagelkutikulapflege: kleine Menge einmassieren um die Nagelbasis.

Forschungsstand zu Emuöl

Emuöl wird seit den 1990er Jahren in der Wissenschaft untersucht. Bisherige Befunde aus Tier- und In-vitro-Studien sowie kleinen Humanstudien sind interessant, aber noch nicht ausreichend für gesicherte Aussagen:

  • Einige Studien berichten über positive Effekte auf Wundheilung und Hautregeneration in Tiermodellen.
  • Kleinere Studien mit Schmerzpatientinnen zeigen keine klare Überlegenheit gegenüber Placebo-Ölen.
  • Systemische Wirkungen nach topischer Anwendung sind beim Menschen nicht belegt.

Eindeutige klinische Belege für systemische Effekte (z.B. gegen Arthritis oder Entzündungen) fehlen bislang. Dieser Text ist informativ und keine Heilaussage.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Emuöl und Emu-Öl-Kapseln?

Topisches Emuöl wird direkt auf die Haut aufgetragen. Emuöl-Kapseln sind für die orale Einnahme gedacht; klinische Belege für systemische Effekte sind aber kaum vorhanden. Topisch ist die gebräuchlichere Anwendungsform.

Kann ich Emuöl mit ätherischen Ölen mischen?

Ja, Emuöl eignet sich als Trägeröl für ätherische Öle. Die richtige Tropfenmenge zeigt der Rechner auf dieser Seite. Mischungsverhältnis je nach Anwendungsbereich (Gesicht 0,5–1 %, Körper 2–3 %).

Ist Emuöl vegan?

Nein, es ist ein tierisches Produkt vom Emu. Vegane Alternativen mit ähnlichem Fettsäureprofil sind Jojobaöl (Omega-9-reich) und Hanföl (Omega-6-reich).

Wie lagere ich Emuöl?

Kühl und dunkel, gut verschlossen. Die Haltbarkeit beträgt meist 1–2 Jahre; ein Ranzigwerden ist am Geruch erkennbar.

Kann Emuöl Akne verursachen?

Emuöl gilt als wenig komedogen. Bei sehr empfindlicher oder akneanfälliger Haut zuerst an einer kleinen Stelle testen; Reaktionen sind individuell.

Fazit

Emuöl ist ein emollientes, hautverträgliches Pflegeöl mit einem Fettsäureprofil, das dem menschlichen Hauttalgfett ähnelt. Es eignet sich gut als Körperöl, Haarpflege und Trägeröl für ätherische Öle. Für systemische Heilwirkungen fehlen bislang solide klinische Belege; als Hautpflegeöl ist es etabliert und gut verträglich.

Quellen

  1. Snowden JM, Whitehouse MW: «Anti-inflammatory activity of emu oils in rats», Inflammopharmacology 1997.
  2. Tisserand/Young: Essential Oil Safety, 2. Aufl. – Trägeröle und Verdünnung.
  3. Europäisches Arzneibuch (Ph. Eur.) – allgemeine Monographie fette Öle für topische Anwendung.

Redaktioneller Lexikon-Beitrag von gdp.ch · informativ, keine Heil- oder Gesundheitsversprechen · zuletzt geprüft 2026.