Akelei (Aquilegia vulgaris und verwandte Arten) ist eine Zierpflanze aus der Familie der Hahnenfussgewächse (Ranunculaceae) und enthält in allen Teilen giftige Substanzen – insbesondere in Samen und Wurzeln. Sie wird ausschliesslich als Gartenzierpflanze genutzt; eine medizinische oder nahrungsergänzende Einnahme ist aufgrund der Giftigkeit nicht vertretbar und wird von keiner Behörde empfohlen.
| Botanischer Name | Aquilegia vulgaris L. |
|---|---|
| Familie | Ranunculaceae (Hahnenfussgewächse) |
| Giftige Teile | alle Pflanzenteile, besonders Samen und Wurzel |
| Giftstoffe | Cardioglykosid-ähnliche Substanzen, blausäureabspaltende Glykoside, Cyanogene |
| Einstufung | giftig (Giftpflanzenliste); keine Zulassung als Nahrungs- oder Arzneimittel in CH/EU |
| Volksmedizin | historisch genutzt (nicht empfohlen, Nutzen nicht belegt, Risiko erheblich) |
Die Akelei ist in vielen Schweizer und deutschen Gärten eine beliebte Staude – mit eleganten, sporntragenden Blüten in Blau, Violett oder Weiss. Was optisch ansprechend wirkt, birgt jedoch Risiken: Die Pflanze ist in allen Teilen giftig. Historische Volksrezepte, die Akelei-Samen gegen Kopfschmerzen oder für Haarspülungen empfehlen, sind gefährlich und entsprechen nicht dem Stand der Wissenschaft. Akelei darf nicht eingenommen werden.
Giftstoffe und Wirkungen auf den Körper
Akelei enthält cyanogene Glykoside, die im Körper blausäureähnliche Verbindungen freisetzen können. Hinzu kommen weitere toxische Verbindungen, die das Herz-Kreislauf-System und das zentrale Nervensystem beeinflussen. Besonders gefährdet sind Kinder, die von den attraktiven Blüten oder Samenkapseln angezogen werden. Die Toxizität variiert je nach Art und Pflanzenteil; alle Teile sollten grundsätzlich als giftig betrachtet werden.
Vergiftungssymptome
Bei Einnahme grösserer Mengen können folgende Symptome auftreten:
- Übelkeit, Erbrechen, Durchfall
- Herzrhythmusstörungen
- Schwindel, Zittern, Krämpfe
- In schweren Fällen: Atemnot
Bei Verdacht auf Akelei-Vergiftung sofort die Vergiftungs-Notfallnummer anrufen: Tox Info Suisse 145 (Schweiz), Giftnotruf Deutschland 030 19240.
Historische Volksmedizin: warum sie nicht anzuraten ist
In der Volksmedizin des Mittelalters und der frühen Neuzeit wurden Akelei-Samen gelegentlich bei Kopfschmerzen und Hauterkrankungen eingesetzt. Diese Anwendungen sind heute obsolet. Es gibt keine klinischen Studien, die einen Nutzen belegen, und die Risiken überwiegen jeden potenziellen Nutzen bei weitem. Kein europäisches Arzneibuch führt Akelei als Heilpflanze, und keine Behörde (HMPC/EMA, Swissmedic) hat Aquilegia-Präparate zugelassen.
Gartennutzung: sicher mit Vorsicht
Als Zierpflanze ist Akelei weit verbreitet und unbedenklich zu kultivieren, wenn bestimmte Vorsichtsmassnahmen beachtet werden:
- Nach Kontakt Hände waschen – Pflanzensäfte können bei empfindlicher Haut Reizungen auslösen.
- Von Kindern fernhalten – besonders Samenkapseln sehen verlockend aus und sind giftig.
- Haustiere schützen – auch für Katzen und Hunde ist Akelei giftig.
- Samen beim Schnitt vollständig entfernen, damit sie nicht versehentlich aufgegriffen werden.
Häufige Fragen
Ist Akelei wirklich giftig?
Ja, alle Teile der Akelei sind giftig. Besonders Samen und Wurzeln enthalten hohe Konzentrationen an toxischen Verbindungen. Einnahme kann Herzrhythmusstörungen, Übelkeit und in schweren Fällen Atemnot verursachen.
Kann man Akelei-Blüten anfassen?
Kurzer Kontakt mit den Blüten ist für die meisten Menschen unbedenklich, solange man danach die Hände wäscht. Pflanzensäfte können bei empfindlicher Haut reizen. Mund- und Augenkontakt vermeiden.
Gibt es sichere Akelei-Präparate?
Nein – in der EU und der Schweiz gibt es keine zugelassenen Akelei-Präparate zum Einnehmen. Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln dürfen Akelei-Extrakte nicht als sicher vermarkten. Finger weg von entsprechenden Angeboten.
Was tun, wenn jemand Akelei gegessen hat?
Sofort Tox Info Suisse anrufen: Telefonnummer 145 (Schweiz) oder in Deutschland den Giftnotruf 030 19240. Kein Erbrechen provozieren ohne ärztliche Anweisung.
Welche Pflanzen sind mit Akelei verwandt und ebenfalls giftig?
Die Familie Ranunculaceae enthält viele giftige Arten: Eisenhut (Aconitum), Hahnenfuss (Ranunculus), Christrose (Helleborus) und Delphinien sind ebenfalls als giftig eingestuft. Schönheit und Giftigkeit gehen in dieser Pflanzenfamilie häufig zusammen.
Fazit
Akelei ist eine schöne Gartenstaude, aber keine Heilpflanze. Alle Pflanzenteile sind giftig; eine orale Einnahme ist gefährlich und hat keinen belegten Nutzen. Im Garten schätzen viele die eleganten Blüten – mit angemessener Vorsicht im Umgang, besonders wenn Kinder und Haustiere im Haushalt sind.
Quellen
- Tox Info Suisse – Giftpflanzenmonographie Aquilegia vulgaris, Zürich 2024.
- Frohne, D. & Pfänder, H. J. (2004): Giftpflanzen – Ein Handbuch für Apotheker, Ärzte, Toxikologen und Biologen. WVG Stuttgart.
- EMA/HMPC – kein Monograph zu Aquilegia verfügbar (Stand 2026).
Redaktioneller Lexikon-Beitrag von gdp.ch · informativ, keine Heil- oder Gesundheitsversprechen · zuletzt geprüft 2026.
