Zitronengras (Cymbopogon citratus und verwandte Arten) ist eine tropische Grassart mit intensivem Zitrusakoma, die in der asiatischen Küche unverzichtbar ist und auch als Heilpflanze und Aromapflanze Verwendung findet. Der charakteristische Duft stammt hauptsächlich vom ätherischen Öl Citral. In Europa wird Zitronengras als Küchengewürz, Tee und Aromastoff sowie als ätherisches Öl in der Aromapflege genutzt.
| Botanischer Name | Cymbopogon citratus (DC.) Stapf und Verwandte |
|---|---|
| Familie | Poaceae (Süssgräser) |
| Herkunft | Tropisches Asien, Afrika; heute weltweit kultiviert |
| Wichtige Inhaltsstoffe | Citral (65–85 %), Geraniol, Myrcen (10–25 %) |
| Verwendung | Küche, Kräutertee, ätherisches Öl, Aromapflege |
| Kalorien (67 g) | ca. 66 kcal |
Zitronengras ist in Südostasien seit Jahrhunderten sowohl in der Küche als auch in der traditionellen Medizin verankert. Der stängelige Teil (die unteren weissen Teile des Stiels) wird in der Küche verwendet – in Thailand für Tom Kha Gai-Suppe, in Vietnam für zahlreiche Fleisch- und Reisgerichte. In der traditionellen Medizin verschiedener Kulturen wird Zitronengrastee bei Verdauungsproblemen, Fieber und Schlafstörungen eingesetzt. Das ätherische Öl ist ein wichtiger Rohstoff in der Parfümindustrie.
Inhaltsstoffe des ätherischen Öls
Das ätherische Öl aus Zitronengras enthält hauptsächlich:
- Citral (65–85 %): Ein Gemisch aus zwei Isomeren (Geranial und Neral), verantwortlich für den intensiven Zitrusduft. In Labortests antifungal und antibakteriell.
- Myrcen (10–25 %): Ein Monoterpen, das auch in Hopfen vorkommt.
- Geraniol: Ein Duftstoff, der auch in Rosenöl enthalten ist.
Als Lebensmittel in normalen Kochmengen enthält Zitronengras auch etwas Eisen (ca. 5,5 mg/67 g), Kalium (ca. 484 mg/67 g) und Magnesium – allerdings in einer Portion, die kaum jemand zu sich nimmt (67 g sind viel für ein Gewürz).
Zitronengras in der Küche
Der weisse, saftige Stengelteil wird fein geschnitten oder gestossen verwendet; die harten äusseren Blätter geben Suppen und Currys Aroma und werden nicht mitgegessen. Verwendungstipps:
- Tom Kha Gai (thailändische Suppe): Stengel anquetschen, mitkochen, herausnehmen
- Curry-Pasten: Im Mörser zermahlen
- Tee: Frische oder getrocknete Blätter mit heissem Wasser aufgiessen
- Marinaden für Geflügel und Fisch
Sicherheit und Wechselwirkungen
Zitronengras als Küchengewürz und Tee ist für gesunde Erwachsene sicher. Wichtige Hinweise:
- Ätherisches Öl äusserlich: Citral kann bei Kontakt mit der Haut Reizungen auslösen; immer mit Trägeröl verdünnen und direkten Kontakt mit Augen und Schleimhäuten vermeiden.
- Ätherisches Öl innerlich: Nicht einnehmen ohne fachkundige Anleitung.
- Medikamentenwechselwirkungen: Zitronengrasextrakte können bestimmte Leberenzyme (CYP1A1, CYP3A4) beeinflussen. Wer Medikamente einnimmt, die über diese Enzyme abgebaut werden, sollte hochdosierte Supplemente und grosse Mengen ätherisches Öl meiden.
- Schwangerschaft: Grosse Mengen ätherisches Öl in der Schwangerschaft meiden; normale Kochmengen als Gewürz gelten als unbedenklich.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Zitronengras und Zitronenmelisse?
Zitronengras (Cymbopogon) ist ein tropisches Gras mit holzigem Stengel; Zitronenmelisse (Melissa officinalis) ist ein Lippenblütler aus Europa. Beide haben einen Zitronenduft, aber unterschiedliche Geschmacks- und Inhaltsstoffprofile.
Kann man Zitronengras selbst anbauen?
Ja, in Töpfen oder als Kübelpflanze auf dem Balkon (Südlage). Im Winter kalt und hell (ca. 10–15 °C) halten; mag keine Staunässe.
Wie trockne ich Zitronengras?
Stengel und Blätter in dünne Scheiben schneiden und bei niedriger Temperatur (unter 40 °C) oder an einem luftigen, dunklen Ort trocknen, um das Aroma zu erhalten.
Welche Lebensmittel können mit Zitronengras aromatisiert werden?
Suppen, Currys, Marinaden, Reisgerichte, Desserts, Tees und sogar Cocktails. Zitronengras eignet sich für alle Zubereitungen, bei denen ein frisch-zitroniges Aroma gewünscht wird.
Ist Zitronengrastee sicher für Kinder?
In moderaten Mengen und als Tee gilt er für ältere Kinder als unbedenklich. Für Säuglinge und Kleinkinder nicht geeignet. Bei Unsicherheit ärztlichen Rat einholen.
Fazit
Zitronengras ist ein aromatisches Gras mit grossem kulinarischen und aromatherapeutischem Einsatzbereich. Das ätherische Öl enthält hohe Konzentrationen von Citral mit interessanten In-vitro-Eigenschaften. Als Küchengewürz und Tee ist es in normalen Mengen unbedenklich und bereichert den Speiseplan. Hochdosierte Supplemente oder der innerliche Einsatz ätherischer Öle sollten ohne fachkundige Begleitung gemieden werden.
Quellen
- Tajidin, N.E. et al. – Chemical composition and citral content in lemongrass (Cymbopogon citratus) essential oil at three maturity stages, African Journal of Biotechnology (2012).
- EFSA – Compendium of botanicals reported to contain naturally occurring substances of possible concern (2012).
- USDA FoodData Central – Lemon grass (citronella), raw, per 100 g (2019).
Redaktioneller Lexikon-Beitrag von gdp.ch · informativ, keine Heil- oder Gesundheitsversprechen · zuletzt geprüft 2026.
