Gotu Kola

Kurze Antwort

Gotu Kola (Centella asiatica) ist eine mehrjährige krautige Pflanze aus der Familie der Doldenblütler (Apiaceae), die in den Feuchtgebieten Süd- und Südostasiens heimisch ist und seit Jahrtausenden in der ayurvedischen und traditionellen chinesischen Medizin verwendet wird. Hauptwirkstoffe sind Triterpene (Asiaticosid, Asiatinsäure, Madecassinsäure), die in klinischen Studien Wirksamkeit bei chronischer Veneninsuffizienz und Wundheilung gezeigt haben. Für kognitive und anxiolytische Effekte ist die Datenlage vielversprechend, aber noch begrenzt.

Gotu Kola auf einen Blick
Botanisch Centella asiatica, Familie Apiaceae
Andere Namen Gotukola, Indisches Pfennigkraut, Kodavan, Brahmi (Ayurveda)
Hauptwirkstoffe Asiaticosid, Asiatinsäure, Madecassinsäure, Madecassosid (Triterpene)
EMA-Anerkennung Traditional Herbal Monograph für Veneninsuffizienz (HMPC)
Standardextrakt TECA/TTFCA: 40 % Asiaticosid, 30 % Asiatinsäure, 30 % Madecassinsäure
Typische Dosis 60–120 mg TECA-Extrakt täglich (Veneninsuffizienz)

Gotu Kola wird im Ayurveda als Brahmi bezeichnet – ein Name, der auch für Bacopa monnieri verwendet wird, was zu Verwechslungen führen kann. Wichtig: Gotu Kola enthält kein Koffein und ist kein Stimulans, obwohl es häufig mit der Kolanuss (Cola nitida) verwechselt wird. Die Pflanze wird in vielen Regionen Asiens auch als Gemüse gegessen.

Wirkstoffe und Wirkungsweise

Die wichtigsten Wirkstoffe sind Pentazyklische Triterpenoide, die in standardisierten Extrakten (TECA = Titrated Extract of Centella asiatica) konzentriert werden:

  • Asiaticosid: fördert die Angiogenese (Blutgefässneubildung) und stimuliert die Kollagensynthese; besonders relevant für Wundheilung.
  • Asiatinsäure und Madecassinsäure: zeigen in Labors entzündungshemmende und antioxidative Eigenschaften; fördern Kollagen vom Typ I.
  • Madecassosid: weniger untersucht, aber Teil des TECA-Extraktprofils.

Der genaue Wirkungsmechanismus auf das Venensystem umfasst eine Stärkung der Gefässwandintegrität, Reduktion der Kapillarpermeabilität und Verbesserung der Mikrozirkulation.

TECA-Extrakt (Gotu Kola) – Zusammensetzung40 %AsiaticosidWundheilung, Kollagen30 %Asiatinsäureentzündungshemmend30 %MadecassinsäureantioxidativTECA = Titrated Extract of Centella asiatica; Standardextrakt für klinische Studien
Standardisierte TECA-Extrakte bestehen zu 40 % aus Asiaticosid und zu je 30 % aus Asiatinsäure und Madecassinsäure.

Klinische Evidenz

Chronische Veneninsuffizienz (CVI)

Dies ist das am besten untersuchte Anwendungsgebiet. Mehrere randomisierte, placebokontrollierte Studien zeigen, dass TECA-Extrakte (60–120 mg/Tag) bei CVI Ödeme, Knöchelumfang und Symptome wie schwere Beine signifikant reduzieren können. Die EMA (European Medicines Agency) erkennt Gotu Kola im Rahmen ihres HMPC (Herbal Medicinal Products Committee) als traditionell angewendetes Arzneimittel bei leichten Erscheinungen der CVI an.

Wundheilung

Topische Zubereitungen mit Gotu-Kola-Extrakt werden für Narbenreduktion und Wundheilung untersucht. Einige Studien zeigen Effekte bei Dehnungsstreifen und kleinen Wunden, die mechanistisch durch die Kollagenstimulation erklärbar sind.

Kognition und Angst

Kleinere Humanstudien (250–750 mg täglich) zeigen mögliche Verbesserungen bei Gedächtnis, Reaktionszeit und Angst, besonders bei älteren Personen. Die Datenbasis ist noch nicht ausreichend für klinische Empfehlungen.

Sicherheit und Hinweise

  • Gotu Kola gilt in üblichen Dosen kurzfristig als gut verträglich. Gelegentlich berichten Anwender über Magen-Darm-Beschwerden, Kopfschmerzen oder Schwindel.
  • In seltenen Einzelfällen wurden erhöhte Leberenzymwerte berichtet; die kausale Zuordnung zu Gotu Kola ist nicht immer gesichert. Bei bekannten Lebererkrankungen Vorsicht.
  • Schwangerschaft und Stillzeit: Aufgrund fehlender Sicherheitsdaten für diese Personengruppen keine Einnahme ohne ärztlichen Rat.
  • Wechselwirkungen mit Leberstoffwechsel-beeinflussenden Arzneimitteln sind möglich.

Häufige Fragen

Wofür wird Gotu Kola vor allem verwendet?

In der Schulmedizin und in der EMA-Monographie anerkannt ist die Anwendung bei leichten Erscheinungen der chronischen Veneninsuffizienz (schwere Beine, Ödeme, Kribbeln). Darüber hinaus wird es für kognitive und anxiolytische Effekte untersucht.

Was ist der Unterschied zwischen Gotu Kola und Brahmi?

Im Ayurveda werden sowohl Centella asiatica als auch Bacopa monnieri als „Brahmi» bezeichnet, obwohl es zwei verschiedene Pflanzen sind. Produkte sollten auf den botanischen Namen geprüft werden.

Wie lange dauert es, bis Gotu Kola wirkt?

Bei der Veneninsuffizienz wurden in klinischen Studien Effekte nach 4–8 Wochen täglicher Einnahme beobachtet. Kürzere Anwendungszeiten zeigen weniger deutliche Ergebnisse.

Kann Gotu Kola die Haut verbessern?

Topische Produkte mit Gotu-Kola-Extrakt werden für Narbenreduktion und Feuchtigkeitspflege vermarktet. Klinische Studien zeigen einzelne Hinweise auf Wirksamkeit bei Dehnungsstreifen; für kosmetische Antiaging-Effekte ist die Datenlage begrenzt.

Ist Gotu Kola dasselbe wie Kola?

Nein. Gotu Kola (Centella asiatica) und die Kolanuss (Cola nitida) sind völlig verschiedene Pflanzen. Gotu Kola enthält kein Koffein und wirkt nicht stimulierend.

Fazit

Gotu Kola ist eine der wenigen Heilpflanzen mit EMA-anerkannter Tradition für die Veneninsuffizienz und einer moderaten klinischen Evidenzbasis. Bei sachgerechter Anwendung gilt es als sicher. Für kognitive Anwendungen ist die Datenlage vielversprechend, aber noch nicht schlüssig. Als Nahrungsergänzungsmittel ersetzt es keine ärztliche Diagnose oder Therapie.

Quellen

  1. European Medicines Agency (EMA): Community Herbal Monograph on Centella asiatica – EMA/HMPC/576031/2010.
  2. EFSA: EU-Register zugelassener Health Claims – keine spezifische Zulassung für Centella asiatica.
  3. Bylka, W. et al. (2014): Centella asiatica in cosmetology. Postepy Dermatol. Alergol. 31(1).

Redaktioneller Lexikon-Beitrag von gdp.ch · informativ, keine Heil- oder Gesundheitsversprechen · zuletzt geprüft 2026.