Wie funktioniert das Schweizer Steuersystem?

Das Steuersystem in der Schweiz zeichnet sich durch eine starke Autonomie der einzelnen Kantone aus, die ihre eigenen Steuers├Ątze und Fristen f├╝r die Abgabe der Steuererkl├Ąrung festlegen k├Ânnen. Die Eidgenossen werden nicht nur von ihren Kantonen, sondern auch vom Bund und von den Gemeinden mit Steuern belastet. Jeder der 26 Kantone hat seine eigene kantonale Steuerverwaltung, die in jedem Jahr die Einwohner des jeweiligen Kantons, die das 18. Lebensjahr vollendet haben, zur Abgabe einer Steuererkl├Ąrung auffordert. Verschiedene Einnahmen sind in der Schweiz steuerfrei. Um die Steuern zu reduzieren, k├Ânnen die Schweizer Einwohner verschiedene Aufwendungen steuerlich absetzen.

 

Schweizer Steuersystem ├╝ber drei Ebenen

Die Schweizer B├╝rger werden auf drei Ebenen steuerlich belastet:

  • vom Bund
  • vom Kanton, in dem sie wohnen
  • von ihrer Gemeinde.

Die gr├Â├čte Autonomie bei der Festlegung der Steuern besitzen die Kantone. Sie legen nicht nur Steuersatz und Frist zur Abgabe der Steuererkl├Ąrung fest, sondern sie bestimmen auch, welche Steuern im jeweiligen Kanton gezahlt werden.

Alle Kantone bieten in der Schweiz auch eine Online Steuererkl├Ąrung. Die entsprechende Software finden die B├╝rger auf den entsprechende Webseiten der Kantone. Eine erste ├ťbersicht ├╝ber Steuers├Ątze und Fristen bietet z.B. das Portal steuerhilfe.ch.

 

Steuern auf Bundesebene

Der Bund darf die Steuern nur insoweit erheben, wie es ihm die Bundesverfassung erlaubt. Als direkte Steuer erhebt der Bund von nat├╝rlichen Personen die Einkommenssteuer, die sich am Einkommen der Steuerpflichtigen orientiert. Um die Einkommenssteuer festzulegen, m├╝ssen steuerpflichtige Personen einmal j├Ąhrlich eine Steuererkl├Ąrung abgeben. Zus├Ątzlich m├╝ssen diejenigen, die keinen Wehrdienst leisten und diese Pflicht auch nicht durch pers├Ânlichen Milit├Ąr- oder Zivildienst erf├╝llen, eine Wehrpflichtersatzabgabe zahlen, die einmal j├Ąhrlich auf das gesamte Reineinkommen erhoben wird. Juristische Personen werden vom Bund mit der Gewinnsteuer belegt. Eine weitere vom Bund erhobene Steuer ist die eidgen├Âssische Spielbankenabgabe. Dar├╝ber hinaus erhebt der Bund indirekte Steuern, von denen die Mehrwertsteuer am bekanntesten ist. Weitere indirekte Steuern sind beispielsweise Tabaksteuer, Biersteuer, Automobilsteuer oder Mineral├Âlsteuer.

 

Steuern auf kantonaler Ebene

Die Kantone k├Ânnen selbst bestimmen, welche Steuern sie erheben, doch die Bundesverfassung kann ihnen grunds├Ątzlich die Erhebung von bestimmten Steuern verbieten. Die Kantone legen die Steuers├Ątze fest. Der durchschnittliche Steuersatz aller Kantone liegt bei 33,6 Prozent. Im Kanton Zug gilt mit 22,2 Prozent der niedrigste Steuersatz, w├Ąhrend der Steuersatz im Kanton Genf mit 45 Prozent am h├Âchsten ist. Von nat├╝rlichen Personen erheben die Kantone eine Einkommenssteuer. Die kantonale Steuerverwaltung fordert dazu alle Einwohner, die mindestens 18 Jahre alt sind, einmal j├Ąhrlich zur Abgabe einer Steuererkl├Ąrung auf. Die Einkommenssteuer wird in Prozent auf das Reineinkommen berechnet.

 

Verm├Âgenssteuer

Zus├Ątzlich zur Einkommenssteuer erheben die Kantone eine Verm├Âgenssteuer von juristischen Personen, die auf das gesamte Verm├Âgen gilt und nicht in Prozent, sondern in Promille berechnet wird.
Die Kantone k├Ânnen eine Erbschafts- und Schenkungssteuer erheben. Diese Steuern werden jedoch nicht in jedem Kanton erhoben. H├Ąufig m├╝ssen Ehepartner, Kinder oder Eltern keine Erbschafts- oder Verm├Âgenssteuer zahlen.

 

Kirchensteuer

Schweizer B├╝rger, die der Kirche angeh├Âren, zahlen zus├Ątzlich zur Einkommens- und Verm├Âgenssteuer noch die Kirchensteuer.
Dar├╝ber hinaus k├Ânnen die Kantone noch weitere Steuern erheben, beispielsweise die Lotteriegewinnsteuer, die Grundst├╝ckgewinnsteuer oder die Liegenschaftssteuer. Von juristischen Personen erheben die Kantone die Gewinnsteuer und die Kapitalsteuer. Von Spielbanken kann die kantonale Spielbankenabgabe erhoben werden.

 

Steuern in den Gemeinden

In den einzelnen Gemeinden sind die Steuern unterschiedlich hoch, was an den Gemeindesteuerf├╝ssen liegt, die sie selbst festlegen und an die kantonale Steuerverwaltung melden. Die Steuerf├╝sse dienen zur Erhebung der Gemeindesteuern in Form von Zuschl├Ągen zur kantonalen Steuer. Die Gemeinden k├Ânnen auch einen Teil des kantonalen Steuerertrags erhalten. Die Gemeinden d├╝rfen nur die Steuern erheben, zu denen sie von den Kantonen bem├Ąchtigt werden. Bei der Steuerhoheit der Gemeinden handelt es sich daher um eine abgeleitete oder delegierte Steuerhoheit.

 

Eigenes Steuergesetz in jedem Kanton

Jeder Schweizer Kanton hat ein eigenes Steuergesetz. Der Kanton kann die Arten der Steuern und die Steuers├Ątze, aber auch die Regeln f├╝r die Abgabe der Steuererkl├Ąrung festlegen. Jeder Kanton legt eine ordentliche Frist f├╝r die Abgabe der Steuererkl├Ąrung fest. In den meisten Kantonen muss die Steuererkl├Ąrung f├╝r das Vorjahr am 31. M├Ąrz des aktuellen Jahres abgegeben werden. Ist die Abgabe der Steuererkl├Ąrung innerhalb dieser ordentlichen Frist nicht m├Âglich, k├Ânnen steuerpflichtige Personen eine Fristverl├Ąngerung beantragen. Das ist zumeist online m├Âglich. Wie lange eine Fristverl├Ąngerung gew├Ąhrt werden kann, unterscheidet sich je nach Kanton. Einige Kantone erheben f├╝r die Fristverl├Ąngerung Geb├╝hren. Wird eine Fristverl├Ąngerung ├╝ber die maximale Verl├Ąngerungsdauer hinaus beantragt, muss die steuerpflichtige Person eine plausible Begr├╝ndung vorweisen.

 

Sanktionen, wenn keine Steuererkl├Ąrung abgegeben wird

Das in jedem Kanton geltende Steuergesetzt sieht Sanktionen vor, wenn die Steuererkl├Ąrung nicht fristgem├Ąss oder nicht p├╝nktlich abgegeben wird. Gibt eine steuerpflichtige Person ihre Steuererkl├Ąrung nicht innerhalb der ordentlichen Frist ab und beantragt sie keine Fristverl├Ąngerung, bekommt sie eine Mahnung. Je nach Kanton kann eine Mahngeb├╝hr erhoben werden, die sich in der H├Âhe abh├Ąngig vom Kanton unterscheidet.
Bei Nichtabgabe der Steuererkl├Ąrung erheben die Kantone eine Busse, die bis zu 1’000 CHF betr├Ągt und abh├Ąngig vom Einkommen festgelegt wird. Bei wiederholter Nichtabgabe der Steuererkl├Ąrung kann eine Busse bis 10’000 CHF betragen.

 

Abgabe der Steuererkl├Ąrung in digitaler Form

In allen Schweizer Kantonen kann die Steuererkl├Ąrung in digitaler Form abgegeben werden. Die Kantone stellen daf├╝r eine Steuersoftware bereit. Jeder Kanton legt fest, welche Steuersoftware er akzeptiert. Die Steuersoftware kann je nach Kanton direkt ├╝ber den Browser oder per Download genutzt werden. F├╝r die Arbeit mit der Steuersoftware stellen die Kantone umfangreiche Anleitungen und Erl├Ąuterungen bereit. Die Software erm├Âglicht zumeist auch die ├ťbermittlung der Belege in digitaler Form. H├Ąufig wird zus├Ątzlich zur Software auch noch eine App bereitgestellt, mit der die Belege gescannt und an die kantonale Steuerverwaltung ├╝bermittelt werden k├Ânnen.

 

Steuerliche Erleichterungen in den einzelnen Kantonen

Die kantonalen Steuergesetze legen fest, was in den einzelnen Kantonen nicht versteuert werden muss und was steuerlich abgesetzt werden kann. Der Sold der Milizfeuerwehrleute im Zusammenhang mit der Erf├╝llung der Kernaufgaben der Feuerwehr ist in fast allen Kantonen steuerfrei, doch gelten unterschiedliche Betr├Ąge, auf die keine Steuern gezahlt werden m├╝ssen. Steuerfrei sind auch Gewinne aus gesetzlich zugelassenen Grossspielen. Was steuerlich absetzbar ist, unterscheidet sich in den einzelnen Kantonen, ebenso wie die Summe, bis zu der diese Ausgaben steuerlich abgesetzt werden k├Ânnen. Steuerlich absetzbar sind

  • Berufsausgaben
  • Kosten f├╝r Fahrten zwischen Wohn- und Arbeitsst├Ątte
  • Kosten f├╝r die Fremdbetreuung von Kindern, die das 14. Lebensjahr noch nicht vollendet haben
  • Pr├Ąmien f├╝r Kranken-, Unfall- und Lebensversicherungen
  • Unfall- und Krankheitskosten
  • Spenden und Mitgliedsbeitr├Ąge an politische Parteien und gemeinn├╝tzige Organisationen.

 

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Über Frenzel 368 Artikel
Bernhard Frenzel begann seine Karriere im Gesundheits- und Fitnessbereich, indem er Gruppen├╝bungen und Workshops in umliegenden Fitnessstudios im Gro├čraum Dortmund unterrichtete. Er wurde Personal Trainer und nahm w├Ąhrend dieser Zeit an seinem ersten internationalen Fitness-Wettbewerb teil. Sein starker sportlicher Hintergrund und seine Erfahrung als internationaler Teamtrainer verlangten seine Aufmerksamkeit auf eine angemessene Ern├Ąhrung und ├ťbungsprogrammierung.