Schlacht bei Giornico 1478: Der Sieg an den Sassi Grossi

Am 28. Dezember 1478 schlugen rund 600 Urner und Leventiner bei Giornico ein mailändisches Heer, das ihnen um ein Vielfaches überlegen war. Die Schlacht heisst auf Italienisch battaglia dei Sassi Grossi, nach den grossen Felsblöcken, die den Verteidigern zum Werkzeug wurden. Sie beendete die eidgenössischen Feldzüge südlich des Gotthards und sicherte Uri die Leventina.

Wie es zur Schlacht kam

Herzog Galeazzo Maria Sforza hatte Uri 1466 die Leventina und Zollfreiheiten für deren Bewohner zugesagt und 1467 einen Freundschaftsvertrag mit der Eidgenossenschaft geschlossen. Übergeben wurde das Tal nie. Nach der Ermordung Sforzas 1476 kam es an der Grenze wiederholt zu Streit.1

Im November 1478 zogen die Urner über den Gotthard in die Leventina. Die Bevölkerung empfing sie als Befreier und unterstützte sie militärisch. Ende November rückte ein eidgenössisches Aufgebot von rund 8000 Mann unter Hans Waldmann vor Bellinzona, belagerte die Stadt gut zwei Wochen und zog ohne Erfolg wieder ab.

Die Ausgangslage am 28. Dezember 1478

Zurück im Tal blieben etwa 600 Kämpfer: rund 175 Eidgenossen und ungefähr 400 Einheimische. Mitte Dezember rückte ein mailändisches Entsatzheer nach, dessen Stärke auf rund 10 000 Mann geschätzt wird. Zahlenmässig war die Sache entschieden, bevor sie begann.

Warum das Gelände den Ausschlag gab

Der Talboden bei Giornico ist eng, und Ende Dezember war er vereist. Die Mailänder konnten ihre Übermacht dort nicht entfalten: Sie mussten in einer schmalen Kolonne vorrücken und verloren auf dem Eis den Halt. Die Verteidiger griffen von den Hängen aus an und liessen schwere Felsblöcke ins Tal rollen. Das mailändische Heer wurde auseinandergerissen und floh.

Was der Sieg veränderte

Die Leventina blieb dauerhaft bei Uri und wurde als ennetbirgische Vogtei verwaltet. Bellinzona dagegen blieb mailändisch. 1487 anerkannte Mailand die neuen Verhältnisse vertraglich.1 Damit war die Grenze im Gotthardgebiet für Jahrzehnte geklärt, und Uri kontrollierte den Zugang zum wichtigsten Alpenübergang von beiden Seiten.

Vom Gefecht zum Nationalmythos

Die Geschichte vom kleinen Haufen, der ein zehnfach überlegenes Heer schlägt, passte gut in das Selbstbild, das die Eidgenossenschaft später von sich zeichnete. Giornico steht damit in einer Reihe mit Morgarten und Sempach. In Giornico erinnert ein Schlachtdenkmal an den Tag.

Häufige Fragen

Wann fand die Schlacht bei Giornico statt?
Am 28. Dezember 1478 im Talboden bei Giornico in der Leventina, dem nördlichen Teil des heutigen Kantons Tessin.
Wer kämpfte gegen wen?
Etwa 175 Eidgenossen aus Uri zusammen mit rund 400 Leventinern gegen ein Heer des Herzogtums Mailand von geschätzt 10 000 Mann.
Woher kommt der Name „Sassi Grossi»?
Von den grossen Steinen, die die Verteidiger die Hänge hinunter auf die im engen Tal eingeklemmten Mailänder rollen liessen.

Quellen

  1. Wikipedia: Schlacht bei Giornico (Vorgeschichte, Truppenstärken, Folgen).
  2. Weiterführend: Historisches Lexikon der Schweiz, Giornico, Schlacht bei.

Wer historische Jahrestage abseits der Schweiz sucht, findet in unserem Porträt von Monica Vitti eine Einordnung zum 3. November.

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