Die Fußball Damen WM 2022

Die weibliche Schweizer Nationalelf hat viel erreicht

Die Enttäuschung ist groß, denn die Frauen-Nati hat den EM-Coup nur knapp verpasst und scheidet aus. Der ambitionierte Auftritt gegen die Niederlande wird nicht belohnt und das Damen-Nationalteam verliert 1:4. Eine enttäuschende Niederlage für das beherzte Team der besten Schweizer Fußballerinnen. In diesem Artikel lassen wir die gesamte Europameisterschaft aus Sicht des Schweizer Teams Revue passieren. Es war eine sportliche Leistung, die sich definitiv sehen lassen kann und wir können stolz auf das weibliche Nationalteam sein.

 

Damenfußball erfreut sich immer größerer Beliebtheit

soccer 362143 1280Die Europameisterschaft wurde 2022 in England ausgetragen und die Schweizer Mannschaft nahm zum zweiten Mal an der Endrunde teil. Endstation war – wie schon 2017 – nach der Vorrunde der Stand als Gruppendritter. Einige Fans ließen es sich auch nicht nehmen, die Reise nach England zu den Live Spielen anzutreten. Für die begeisterten Zuschauer steht fest, dass sich in diesen fünf Jahren zwischen den Europameisterschaften im Frauenfußball sehr viel getan hat. Generell ist der Frauensport ein gesellschaftlich wichtiges Thema. Für Sportvereine und den Nachwuchssport gibt es hier großes Potenzial, denn namhafte Beratungsunternehmen wie Deloitte prognostizieren, dass der Frauensport in den kommenden Jahren weltweit mehr als eine Milliarde US-Dollar einnehmen wird. Auch wenn das noch immer ein winziger Anteil an der gesamten Sportindustrie ist, gibt es Prognosen, die zeigen, dass die Monetarisierung weiterhin steigen wird. Das zeichnet sich ebenfalls beim Interesse der Sponsoren ab. In Wechselwirkung dazu gibt es ein größeres mediales Interesse und neue Wettanbieter der Schweiz werden auf den Frauenfußball aufmerksam. Buchmacher, Sponsoren und Presse wissen, dass Frauenfußball ein enorm großes Publikum anziehen kann. Vor allem weil der Frauensport anders wahrgenommen wird als der Männersport gibt es hier großes Potenzial, das sich in den kommenden Jahren erst voll entfalten wird. Die Euphorie wird, so wie jetzt bei der Europameisterschaft, größer und der Wirkungskreis der Fußballheldinnen erweitert sich auf andere Sportarten.

Die Nati in der Qualifikation Europameisterschaft

Schauen wir auf die soeben ausgetragene Europameisterschaft, so sind sich alle einig, dass wir stolz sein können auf das Schweizer Team. Trainer Nils Nielsen hat die Damen perfekt auf die Qualifikation in der Gruppe H vorbereitet. Die ausgelosten Gegnerinnen waren

  • Belgien
  • Rumänien
  • Kroatien
  • Litauen

Ein Rückschlag war der Rücktritt von Rekordnationalspielerin Lara Dickenmann. Dennoch begannen die Schweizerinnen die Matches im Herbst 2019 mit vier Siegen ohne Gegentor. Besonders erwähnenswert ist, dass Ana Maria Crnogorčević in jedem Spiel einen Treffer landete. Aufgrund der Pandemie konnte die Qualifikation gegen Belgien erst im September 2020 ohne Zuschauer starten, anstatt wie geplant im April. In diesem ersten Spiel nach einer langen Pause erreichten die Nati-Damen in Kroatien nur ein 1:1. Aufgrund dessen mussten sie nach der Gruppenphase in die Play-offs. Dann konnten sie das Heimspiel gegen Belgien und in Rumänien gewinnen. Das entscheidende Spiel in Löwen gegen Belgien haben sie aber mit einem 0:4 verloren. Für die Play-offs wurde den Schweizerinnen Tschechien zugelost. Nach einem 11-Meter-Krimi konnten sich die Schweizerinnen zum zweiten Mal für die Endrunde qualifizieren.

 

Eingesetzte Spielerinnen

Trainer Nils Nielsen hat alle 26 Spielerinnen des Kaders in der Qualifikation eingesetzt. Crnogorčević und Bachmann hatten in allen zehn Spielen einen Einsatz. Je einmal fehlten Eseosa Aigbogun, Malin Gut, Kapitänin Lia Wälti und Torhüterin Gaëlle Thalmann. Letztere wurde ausgerechnet vor dem entscheidenden Spiel gegen Belgien positiv auf COVID-19 getestet und musste dem Spiel fernbleiben. Die besten Torschützinnen der Qualifikation waren:

  • Crnogorčević (6 Tore)
  • Bachmann (5)

Bachmann hat beim 1:1 gegen Kroatien sogar ihr 50. Länderspieltor geschossen. Das Debüt in der A-Nationalmannschaft hatten Svenja Fölmli im ersten Spiel der Qualifikation 2019 (Einwechslung in der 78. Minute) und Riola Xhemaili beim 2:1 gegen Belgien (Einwechslung in der 2. Minute der Nachspielzeit).

 

Vorbereitungsphase und bitteres aus in der Gruppenphase

audience 1866738 1920Nach der erfolgten EM-Qualifikation haben im September 2021 bereits die Qualifikation für die WM 2023 begonnen. Insgesamt haben die Nati-Damen die ersten sechs Spiele gewonnen. Dabei verpassten sie unter anderem dem härtesten Konkurrenten Italien eine Niederlage. Im Oktober 2021 wurde dem Schweizer Nationalteam die Gruppe mit Titelverteidiger Niederlande, Schweden sowie Russland zugelost. Im Mai 2022 erklärte die UEFA, dass Portugal aufgrund des russischen Überfalls auf die Ukraine den Platz der russischen Mannschaft bei der EM-Endrunde erhält. In der Gruppenphase gelingt der Schweizer Mannschaft gegen Portugal am ersten Spieltag ein 2:2. Am Spieltag zwei verlieren sie gegen Schweden mit 1:2 und am Spieltag drei kommt dann das Aus gegen die Niederlande mit einer eindeutigen 1:4 Niederlage. 1.000 mitgereiste Fans hofften bis zur letzten Minute noch auf ein Fußballwunder, aber die Niederlande waren einfach nicht zu bezwingen. Leider konnte das Schweizer Nationalteam auch 2022 die Gruppenphase nicht überstehen. Trotz der Enttäuschung überwiegt der Stolz, in so einem prestigeträchtigen Bewerb so weit gekommen zu sein und die Nati steht schon voll motiviert in den Startlöchern für die weiteren WM- und EM-Qualifikationsspiele.

Click to rate this post!
[Total: 1 Average: 5]
Über Giacomo Hermosa 32 Artikel
Giacomo Hermosa ist 37 Jahre alt, Vater von zwei Kindern und verheiratet. Vor elf Jahren hat er die Magister der Biologie und Anglistik erfolgreich absolviert. Hier hat er sich interdisziplinär mit den Themen Bioverfügbarkeit und Medizinalhanf beschäftigt. In seiner Freizeit schreibt er v.a. in den Bereichen Fitness, Ernährung und – familiär bedingt – über einige besondere Autoimmunerkrankungen. Seine Veröffentlichungen findet man u.a. auf seiner Website und bei der taz.