Eukalyptusöl

Kurze Antwort

Eukalyptusöl ist das ätherische Öl aus den Blättern verschiedener Eukalyptus-Arten (vor allem Eucalyptus globulus und E. radiata), gewonnen durch Wasserdampfdestillation, und enthält als Hauptwirkstoff 1,8-Cineol (Eucalyptol) mit einem Anteil von bis zu 80 %. Es wird in der Aromapflege und als Duftöl eingesetzt, wirkt im Labor antimikrobiell und schleimhautpflegend, und ist als Inhalationsmittel bei Erkältungen bekannt. Wegen seiner Giftigkeit darf es nicht innerlich eingenommen werden – das gilt besonders für Kinder.

Eukalyptusöl auf einen Blick
Botanische Quellen Eucalyptus globulus, E. radiata, E. dives, E. citriodora
Familie Myrtaceae (Myrtengewächse)
Herkunft Australien; heute weltweit angebaut
Gewinnung Wasserdampfdestillation der Blätter und Zweige
Hauptwirkstoff 1,8-Cineol (Eucalyptol), bis 80 %
Wichtig Giftig bei innerlicher Einnahme; niemals bei Säuglingen und Kleinkindern im Gesicht anwenden

Eukalyptusöl zählt zu den bekanntesten ätherischen Ölen überhaupt. Schon kleine Mengen erzeugen den typischen frischen, campher-ähnlichen Duft. Als Inhalationsöl, in Erkältungsbädern und Massagemischungen ist es weit verbreitet. Entscheidend für die sichere Nutzung: immer verdünnen, nie einnehmen. Der Rechner unten hilft dir, die richtige Tropfenzahl für dein Trägeröl zu berechnen.

Verdünnungs-Rechner

Wie viele Tropfen ätherisches Öl auf deine Trägeröl-Menge? Wähle Menge und Konzentration.

Trägeröl-Menge
30 ml

5100200 ml
Konzentration
Ätherisches Öl
Tropfen
Konzentration
Anteil ätherisches Öl
Menge ätherisches Öl
≈ 20 Tropfen je ml
Geeignet für
Richtwert
Hinweis: Ätherische Öle nie unverdünnt auf die Haut. Vor der ersten Anwendung einen Hauttest (Ellenbeuge) machen. Bei Schwangerschaft, Kindern und Haustieren gelten besondere Vorsichten. Werte sind rechnerische Richtwerte, keine medizinische Empfehlung.

Herkunft und Gewinnung

Eukalyptus ist ursprünglich in Australien beheimatet, wird heute aber in Südeuropa, Nordafrika, China und Südamerika grossflächig angebaut. Aus den Blättern und Zweigen der Bäume wird durch Wasserdampfdestillation das ätherische Öl gewonnen. Je nach Art unterscheidet sich das Profil: E. globulus hat den höchsten 1,8-Cineol-Anteil (bis 80 %) und ist das häufigste; E. radiata gilt als sanfter und wird oft für Kinder (ab 6 Jahren, nicht im Gesicht) bevorzugt; E. citriodora enthält Citronellal und duftet zitronig.

Eukalyptus-Arten im Vergleich

Eukalyptus-Arten nach Hauptwirkstoff
Art Hauptwirkstoff Charakter
E. globulus 1,8-Cineol (bis 80 %) Intensiv, kräftig
E. radiata 1,8-Cineol + Terpineol Milder, frischer
E. dives Piperitone, Phellandren Keine 1,8-Cineol-Nutzung empfohlen
E. citriodora Citronellal Zitronig, insektenabweisend

Anwendung und Wirkung

Eukalyptusöl wird in verschiedenen Formen eingesetzt:

  • Inhalation: Einige Tropfen in heisses Wasser (Inhalationsschale); befreiend bei verstopfter Nase. Nicht für Kinder unter 12 Jahren empfohlen.
  • Raumduft: Im Diffuser für ein frisches, sauberes Raumklima.
  • Massageöl: Verdünnt auf 2–3 % in Trägeröl für Brust und Rücken bei Erkältungen.
  • Bad: Nur mit Emulgator (z. B. Sahne, Honig) mischen, nicht pur ins Wasser.
Eukalyptusöl: Sichere Anwendung nach AltersgruppeSäuglinge/KleinkinderNIE anwendenAtemstillstand-RisikoKinder 2–12 J.Nur E. radiataNicht im Gesicht/Nasenbereichab 12 JahrenAlle Arten möglichverdünnt (1–3 %)ErwachseneE. globulus, radiataInhalation, MassageölEukalyptusöl nie einnehmen – schon wenige Milliliter können tödlich sein
Eukalyptusöl ist bei Säuglingen und Kleinkindern gefährlich; nie im Gesicht, nie einnehmen.

Sicherheit und Risiken

Eukalyptusöl ist giftig wenn es geschluckt wird. Bereits wenige Milliliter können bei Erwachsenen zu Benommenheit, Krampfanfällen und Atemstörungen führen; bei Kindern können Mengen von 2–3 ml lebensgefährlich sein. Eukalyptusöl (auch E. globulus) niemals im Gesicht von Kindern unter 12 Jahren anwenden – der Wirkstoff 1,8-Cineol kann bei Säuglingen und Kleinkindern Atemstillstand auslösen. Für Kleinkinder eignen sich andere sanfte Öle (z. B. Niaouli oder E. radiata, ab 2 Jahren, nur Brust/Rücken, immer verdünnt). Hautreizungen und allergische Reaktionen sind möglich – vor der ersten Anwendung Patch-Test.

Häufige Fragen

Ab welchem Alter darf ich Eukalyptusöl verwenden?

Eucalyptus globulus und ähnliche Arten mit hohem 1,8-Cineol-Anteil sind für Kinder unter 12 Jahren nicht geeignet. E. radiata kann ab 2 Jahren (nie im Gesicht) sparsam eingesetzt werden. Für Säuglinge grundsätzlich nicht verwenden.

Wie viele Tropfen Eukalyptusöl auf 30 ml Trägeröl?

Für eine 2-prozentige Mischung (Körperpflege) rund 12 Tropfen, für 1 % (empfindliche Haut) rund 6 Tropfen. Den Rechner oben nutzen.

Kann ich Eukalyptusöl in den Diffuser geben?

Ja, für Erwachsene und ältere Kinder. 3–5 Tropfen in einem gut belüfteten Raum. Bei Haustieren, Babys oder Katzen vorsichtig sein – für Tiere, besonders Katzen, können ätherische Öle giftig sein.

Hilft Eukalyptusöl bei Erkältungen?

Als Inhalationsmittel hat 1,8-Cineol schleimhautpflegende Wirkung. Die EU erlaubt jedoch keine Health Claims für ätherische Öle bei medizinischen Beschwerden; eine Erkältung heilt das Öl nicht, kann aber die Inhalation angenehmer machen.

Was tun bei versehentlicher Einnahme?

Sofort die Giftnotrufzentrale anrufen (Schweiz: 145, Deutschland: 030 19240). Nicht Erbrechen herbeiführen. Das Öl gilt als ernsthaft giftig.

Fazit

Eukalyptusöl ist ein wirksames und weit verbreitetes ätherisches Öl für Aromapflege und Inhalationsanwendungen – immer richtig verdünnt und niemals eingenommen. Die Sicherheitsregeln sind hier besonders wichtig: kein Einsatz bei Säuglingen und Kleinkindern im Gesicht, keine orale Einnahme. Wer die Grundregeln befolgt, profitiert von einem der intensivsten und bekanntesten ätherischen Öle der Welt.

Quellen

  1. Europäisches Arzneibuch (Ph. Eur.) – Monographie Eukalyptusöl (Eucalypti aetheroleum).
  2. Tisserand R., Young R.: Essential Oil Safety, 2. Aufl. – Kapitel Eucalyptus.
  3. Schweizerisches Toxikologisches Informationszentrum (STIZ/Tox Info Suisse) – Vergiftungsinformation ätherische Öle.

Redaktioneller Lexikon-Beitrag von gdp.ch · informativ, keine Heil- oder Gesundheitsversprechen · zuletzt geprüft 2026.