Griechischer Bergtee

Kurze Antwort

Griechischer Bergtee ist ein koffeinfreier Kräuteraufguss aus den getrockneten Blüten, Blättern und Stängeln der Sideritis-Pflanze, die wild auf Bergklippen des Mittelmeerraums über 1000 m Höhe wächst und in Griechenland seit der Antike als Heilpflanze bekannt ist. Er riecht würzig-blumig, schmeckt mild-süsslich und enthält Flavonoide, ätherische Öle und Polyphenole.

Griechischer Bergtee auf einen Blick
Botanischer Name Sideritis spp. (Lamiaceae); wichtigste Art: S. scardica
Andere Namen Sideritis-Tee, Hirtentee, Tsai tou vounou («Bergtee»), Ironwort
Koffein Koffeinfrei (natürlich)
Anbau Wildgesammelt oder kleinbäuerlich kultiviert; Griechenland, Albanien, Nordmazedonien
Inhaltsstoffe Flavonoide (Apigenin, Luteolin), Phenolsäuren (Ferulasäure, Chlorogensäure), ätherische Öle
Forschung Vorläufige Studien zu Kognition und Kreislauf bei älteren Erwachsenen (RCT, Sideritis scardica)

Griechischer Bergtee wird seit der Antike in den Bergregionen Griechenlands und des Balkans getrunken. Der Name leitet sich vom griechischen Wort «sideros» (Eisen) ab – die Pflanze wurde traditionell zur Wundversorgung nach Kampfverletzungen durch eiserne Waffen eingesetzt. Heute ist er vor allem als wohlschmeckender, koffeinfreier Tee bekannt, der zu jeder Tageszeit konsumiert werden kann.

Botanik und Vorkommen

Die Gattung Sideritis umfasst über 150 Arten; als «Griechischer Bergtee» werden vor allem S. scardica (Mazedonien, Nordgriechenland), S. raeseri (Griechenland, Albanien) und S. syriaca (Kreta) verwendet. Die Pflanze wächst wild an felsigen Berghängen über 900 m Meereshöhe, wo sie im Sommer blüht und traditionell von Hand gepflückt wird. Sideritis raeseri ist die einzige Art, die in kleinerem Massstab auch kultiviert wird. Die Ernte erfolgt, wenn die gelben Blüten noch voll geöffnet sind; die Pflanzen werden hängend in belüfteten Scheunen getrocknet.

Inhaltsstoffe

Griechischer Bergtee enthält Flavonoide (insbesondere Apigenin und Luteolin), phenolische Säuren (Ferulasäure, Chlorogensäure), terpenoide Verbindungen und ätherische Öle. Mineralien wie Zink und Kalium sind in Spuren enthalten. Der Tee ist von Natur aus koffeinfrei, enthält aber Spuren von Theobromin, das milde harntreibende Eigenschaften hat. Der charakteristische würzig-erdige Geschmack mit blumiger Note stammt von den ätherischen Ölen, darunter Myristicin, Thymol und Carvacrol.

Inhaltsstoffgruppen: Griechischer BergteeFlavonoideApigenin, LuteolinPhenolsäurenFerulasäure, ChlorogensäureÄther. ÖleThymol, CarvacrolMineralstoffeZink, Kalium (Spuren)Keine zugelassenen Health Claims für Sideritis-Tee in der EU
Griechischer Bergtee enthält verschiedene Pflanzenstoffgruppen; ihre klinische Bedeutung beim Menschen wird weiter erforscht.

Forschungsstand

Griechischer Bergtee ist Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen. Eine placebokontrollierte Studie (RCT) untersuchte zwei Dosierungen von Sideritis scardica-Extrakt (475 mg und 950 mg) bei gesunden 50- bis 70-Jährigen über 28 Tage hinsichtlich Kognition, Stimmung und zerebraler Durchblutung. Die Polyphenole Ferulasäure, Chlorogensäure und Apigenin gelten als mögliche aktive Verbindungen. Ein Patent für Sideritis-Extrakte als Serotonin-Wiederaufnahmehemmer wurde 2010 in Deutschland angemeldet. Die Forschungslage ist vielversprechend, aber begrenzt; für EU-weit zugelassene Health Claims reicht die Datenlage nicht.

Zubereitung

Die Zubereitung ist unkompliziert: 1–2 Stängel (oder 1–2 EL loser Tee) in 250 ml Wasser kurz aufkochen, 5–7 Minuten ziehen lassen, abseihen. Der Tee kann kalt oder warm genossen werden und passt gut mit einem Teelöffel Honig oder einem Spritzer Zitrone. Da er koffeinfrei ist, kann er zu jeder Tageszeit getrunken werden – auch abends.

Sicherheit

In Nagetiermodellen wurde für Sideritis scardica auch bei hohen Dosierungen keine Toxizität nachgewiesen. Allergien auf Sideritis-Blüten, -Blätter und -Stängel sind in der medizinischen Fachliteratur nicht dokumentiert. Personen, die auf Pflanzen der Apiaceae-Familie (Fenchel, Koriander) reagieren, sollten vorgefertigte Mischungen prüfen, da diese manchmal solche Zusätze enthalten. Für Schwangerschaft und Stillzeit gibt es keine ausreichenden Sicherheitsdaten; vorsorglich wird Zurückhaltung empfohlen. Laut einem Bericht der EMA (Europäische Arzneimittelagentur, 2016) wurden keine unerwünschten Wirkungen in der wissenschaftlichen Literatur dokumentiert.

Häufige Fragen

Enthält Griechischer Bergtee Koffein?

Nein, Griechischer Bergtee ist von Natur aus koffeinfrei. Er enthält Spuren von Theobromin, einem milden Stimulans, aber keine signifikanten Mengen.

Was ist der Unterschied zwischen Griechischem Bergtee und Grüntee?

Grüntee stammt von Camellia sinensis und enthält Koffein und Catechine. Griechischer Bergtee stammt von der Sideritis-Pflanze, ist koffeinfrei und enthält andere Polyphenole (Flavonoide, Phenolsäuren).

Welche Sideritis-Art ist am besten erforscht?

Sideritis scardica ist die Art mit der umfangreichsten klinischen Forschung, insbesondere in Bezug auf Kognition und Kreislauf. Bei anderen Arten (S. raeseri, S. syriaca) ist die Datenlage dünner, die traditionelle Verwendung aber vergleichbar.

Fazit

Griechischer Bergtee ist ein koffeinfreier, geschmackvoller Kräuteraufguss mit langer Tradition und interessantem Inhaltsstoffprofil. Die Forschung zu seinen Polyphenolen – insbesondere zu Sideritis scardica – ist aktiv, aber noch nicht ausreichend für EU-zugelassene Health Claims. Als alltägliches Teegetränk ist er nach aktuellem Wissensstand sicher und bedenkenlos geniessbar.

Quellen

  1. Kennedy D.O. et al. (2018): Acute and chronic effects of Sideritis scardica on cognitive function and mood in healthy older adults. Nutrients 10(7):955.
  2. Europäische Arzneimittelagentur (EMA, 2016): Community Herbal Monograph on Sideritis scardica.
  3. Zengin G. et al. (2018): Comprehensive overview on the phytoconstituents and pharmacological profile of Sideritis. Food Research International.

Redaktioneller Lexikon-Beitrag von gdp.ch · informativ, keine Heil- oder Gesundheitsversprechen · zuletzt geprüft 2026.