OPC (Oligomere Proanthocyanidine) sind sekundäre Pflanzenstoffe aus der Gruppe der Polyphenole, die besonders reichhaltig in Traubenkernen vorkommen und antioxidative Eigenschaften besitzen. Sie wurden 1948 von dem französischen Pharmakologen Jacques Masquelier entdeckt und sind seitdem Gegenstand intensiver Forschung zu Gefässgesundheit und Zellschutz. OPC-Extrakte werden vor allem aus Traubenkernen, aber auch aus Pinienrinde und anderen Pflanzen gewonnen.
| Vollständiger Name | Oligomere Proanthocyanidine (auch: Procyanidine) |
|---|---|
| Typ | Polyphenol, sekundärer Pflanzenstoff |
| Hauptquellen | Traubenkerne, Pinienrinde, Äpfel, Beeren, Kakao |
| Hauptwirkung | antioxidativ, freie Radikale abfangennd |
| Empfohlene Dosierung | 1–3 mg pro kg Körpergewicht täglich (Richtwert) |
| Wechselwirkungen | mögliche Hemmung Milcheiweisskomplexe (Einnahme ohne Milchprodukte) |
OPC sind wasserlöslich und werden nach oraler Einnahme im Dünndarm aufgenommen. Sie gelten als gut verträglich und sind als Nahrungsergänzungsmittel in Kapseln, Tabletten oder Pulver erhältlich. Wichtig beim Kauf: auf den OPC-Gehalt je Kapsel achten, da Produkte teils stark variieren.
Wie wirken OPC im Körper?
OPC binden sich an Proteine wie Kollagen und Elastin in Gefässwänden und Bindegewebe. Durch diese Bindung können sie die Struktur stabilisieren und gleichzeitig als Antioxidans freie Radikale abfangen. Laborstudien zeigen zudem Hinweise auf entzündungshemmende und antimykotische Eigenschaften des enthaltenen Resveratrols sowie anderer Flavonoide. In-vitro-Befunde lassen sich nicht direkt auf Menschen übertragen; EU-weit zugelassene Health Claims für OPC gibt es derzeit nicht.
OPC und Vitamin C
In der Fachwelt wird diskutiert, ob OPC die Wirkung von Vitamin C verstärken kann – und umgekehrt. Beide Stoffe wirken antioxidativ, jedoch über unterschiedliche Mechanismen. Einige Präparate kombinieren OPC mit natürlichem Vitamin C aus Acerola.
Nahrungsquellen für OPC
- Traubenkerne: höchste Konzentration; werden für Extrakte direkt aus Weinbau-Nebenprodukten gewonnen.
- Pinienrinde: bekannt unter dem Handelsnamen Pycnogenol, ebenfalls reich an OPC.
- Äpfel, Heidelbeeren, Preiselbeeren: alltagstaugliche Lieferanten geringerer Mengen.
- Kakao: enthält Epicatechin, einen OPC-Vorläufer.
Einnahme und Dosierung
Als Richtwert gilt: 1–3 mg OPC pro Kilogramm Körpergewicht täglich, aufgeteilt auf eine oder zwei Einnahmen. Die Einnahme sollte nüchtern oder zu einer milchfreien Mahlzeit erfolgen, da Milcheiweiss (Kasein) OPC binden und die Aufnahme verringern kann. Kapseln sind unkomplizierter dosierbar als Pulver. Bei längerfristiger Einnahme sollte die individuelle Verträglichkeit beobachtet werden.
Sicherheit und Hinweise
OPC aus Traubenkernextrakt gelten in normalen Supplementmengen als sicher. Blutverdünnende Effekte können in hohen Dosen theoretisch auftreten; wer Antikoagulantien einnimmt, sollte vor der Supplementierung ärztlichen Rat einholen. In der Schwangerschaft und Stillzeit ist Zurückhaltung angebracht.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen OPC und Resveratrol?
OPC (Proanthocyanidine) und Resveratrol sind beides Polyphenole aus Trauben, aber chemisch verschieden. Resveratrol kommt hauptsächlich in der Traubenschale vor, OPC vor allem in den Kernen.
Warum soll man OPC nicht mit Milch einnehmen?
Kasein (Milcheiweiss) kann Polyphenole wie OPC binden und die Aufnahme im Darm reduzieren. Mindestens eine Stunde Abstand zu Milchprodukten wird empfohlen.
Wie lange dauert es, bis OPC wirkt?
OPC werden zwar schnell aufgenommen, aber für spürbare und anhaltende Effekte empfehlen Experten eine regelmässige Einnahme über mehrere Wochen bis Monate.
Gibt es EU-zugelassene Gesundheitsaussagen für OPC?
Nein. Für OPC aus Traubenkernextrakt sind keine gesundheitsbezogenen Angaben nach EU-Verordnung 432/2012 zugelassen. Werbeversprechen über heilende Wirkungen sind nicht zulässig.
Ist OPC auch für Kinder geeignet?
Daten zur Sicherheit bei Kindern sind unzureichend. Nahrungsergänzungsmittel für Kinder sollten nur nach ärztlicher Empfehlung eingesetzt werden.
Fazit
OPC aus Traubenkernextrakt zählen zu den am besten untersuchten pflanzlichen Antioxidantien. Die antioxidative Wirkung ist laborchemisch gut belegt; klinisch zugelassene Gesundheitsaussagen fehlen jedoch. Wer OPC ergänzen möchte, sollte auf hochdosierte Produkte mit deklariertem OPC-Gehalt je Kapsel achten und die Einnahme von Milchprodukten zeitlich trennen.
Quellen
- Verbraucherzentrale Deutschland – Resveratrol und OPC: für immer jung? (2023).
- Bagchi D. et al.: Free radicals and grape seed proanthocyanidin extract. Toxicology, 2000.
- EFSA – Compendium of botanicals reported to contain naturally occurring substances of concern (2012).
Redaktioneller Lexikon-Beitrag von gdp.ch · informativ, keine Heil- oder Gesundheitsversprechen · zuletzt geprüft 2026.

