Mate Tee ist ein koffeinhaltiger Kräuteraufguss aus den getrockneten Blättern der Yerba-mate-Pflanze (Ilex paraguariensis), der in Südamerika – besonders in Argentinien, Uruguay, Paraguay und Südbrasilien – seit Jahrhunderten als Kultgetränk gilt. Er enthält Koffein, Theobromin und Theophyllin sowie Polyphenole und liefert eine stimulierende Wirkung, die von Konsumenten oft als klarer und ruhiger als Kaffee beschrieben wird.
| Stammpflanze | Ilex paraguariensis A.St.-Hil. (Stechpalmengewächse) |
|---|---|
| Koffeingehalt | ca. 65–85 mg pro Tasse (250 ml) |
| Weitere Stimulanzien | Theobromin, Theophyllin |
| Polyphenole | Chlorogensäure, Rutin, Quercetin |
| Vitamin C | ca. 7,8 mg / Tasse (≈ 10 % NRV) |
| Traditionelle Zubereitung | Im Mate-Kürbis (Gourde) mit Bombilla (Metallfilterröhrchen) |
Mate ist mehr als ein Getränk: In Argentinien und Uruguay ist der gemeinsame Mate-Genuss (der Mate wird reihum gereicht) ein soziales Ritual. Der Name leitet sich vom Quechua-Wort «mati» (Kürbis, Trinkgefäss) ab. Heute wird Mate auch in Deutschland und der Schweiz als Erfrischungsgetränk und Energydrink-Alternative konsumiert.
Geschichte und Ursprung
Die Guaraní-Völker im Gebiet des heutigen Paraguay und Nordargentiniens nutzten Yerba mate lange vor der europäischen Kolonisierung. Die Jesuiten übernahmen den Yerba-Anbau im 17. Jahrhundert und trugen zur Verbreitung bei; nach der Jesuitenausweisung (1767) entwickelte sich Argentinien zum wichtigsten Anbaugebiet. Die Gaucho-Kultur der Pampas machte Mate zum Symbol argentinischer Identität.
Inhaltsstoffe
Yerba mate enthält neben Koffein (ca. 65–85 mg/Tasse) die verwandten Methylxanthine Theobromin und Theophyllin, die zusammen einen synergistischen, etwas länger anhaltenden Stimulationseffekt erzeugen. Polyphenole – vor allem Chlorogensäure – machen Mate zu einem antioxidativreichen Getränk. Vitamin C ist mit rund 7,8 mg pro Tasse vorhanden (ca. 10 % des EU-NRV von 80 mg). Mate enthält keine nennenswerten Mengen an Kalzium, Eisen oder anderen Mineralien in klinisch relevanten Dosen.
Zubereitung
Traditionell wird Mate in einem ausgehöhlten Kürbis (Gourde) zubereitet: getrocknete Yerba-Blätter werden zu etwa zwei Dritteln eingefüllt, mit lauwarmem Wasser (70–80 °C, nicht kochendem Wasser) angefeuchtet und dann mit heissem Wasser aufgegossen. Getrunken wird durch die Bombilla, ein Metallröhrchen mit integriertem Filter. Der Mate wird mehrmals nachgegossen, bis das Aroma nachlässt. Im modernen Alltag gibt es auch Teebeutel-Varianten und Kaltgetränke (Tereré).
Sicherheitshinweise
Mate enthält erhebliche Mengen Koffein; bei empfindlichen Personen können Schlafstörungen, Herzrasen oder Nervosität auftreten. Schwangeren und Stillenden wird geraten, koffeinhaltige Getränke auf maximal 200 mg Koffein täglich zu begrenzen. Ein wichtiger Hinweis: Epidemiologische Studien, vor allem aus Südamerika, haben einen Zusammenhang zwischen sehr hohem, traditionellem Mate-Konsum (mehrere Liter täglich über viele Jahre) und erhöhtem Risiko für Speiseröhren- und Mundhöhlenkrebs gezeigt. Als mögliche Faktoren gelten die hohe Trinktemperatur (thermische Reizung) sowie Inhaltstoffe des Rauchs bei geräucherter Yerba. Bei moderatem Konsum (1–3 Tassen täglich) besteht nach aktuellem Wissensstand kein belegt erhöhtes Risiko.
Häufige Fragen
Wie viel Koffein enthält Mate Tee?
Eine Tasse (250 ml) enthält je nach Zubereitung ca. 65–85 mg Koffein, vergleichbar mit Filterkaffee. Zusätzlich sind Theobromin und Theophyllin enthalten, die den Stimulationseffekt beeinflussen.
Ist Mate gesünder als Kaffee?
Mate und Kaffee sind unterschiedliche Getränke mit ähnlichem Koffeingehalt. Für spezifische Gesundheitsvorteile von Mate gegenüber Kaffee fehlen klinisch belastbare Studien. Beide können im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung konsumiert werden.
Kann Mate Tee schädlich sein?
Bei übermässigem, langjährigem Konsum sehr heisser Mate-Mengen zeigen epidemiologische Daten ein erhöhtes Krebsrisiko für Speiseröhre und Mund. Moderater Konsum (1–3 Tassen) gilt bei Gesunden als unbedenklich. Schwangere sollten ihren Koffeinkonsum insgesamt im Blick behalten.
Fazit
Mate Tee ist ein kulturreiches, koffeinhaltiges Getränk mit einem interessanten Inhaltsstoffprofil. Als moderates Alltagsgetränk ist er für Gesunde problemlos konsumierbar. Bei sehr hohem und langfristigem Konsum – insbesondere von sehr heissem Mate – legen epidemiologische Daten ein erhöhtes Krebsrisiko nahe. Wer Mate in normalen Mengen geniesst, muss nach aktueller Datenlage nichts befürchten.
Quellen
- Bracesco N. et al. (2011): Recent advances on Ilex paraguariensis research: Minireview. Journal of Ethnopharmacology 136(3):378–384.
- IARC Working Group (2016): Drinking Coffee, Mate, and Very Hot Beverages. IARC Monographs Vol. 116.
- Heck C.I., de Mejia E.G. (2007): Yerba Mate Tea: A Comprehensive Review. Journal of Food Science 72(9):R138–151.
Redaktioneller Lexikon-Beitrag von gdp.ch · informativ, keine Heil- oder Gesundheitsversprechen · zuletzt geprüft 2026.
