Solaranlage mit Speicher: lohnt sich das?

Solarpanels auf dem Dach eines Wohnhauses
Kurze Antwort

Eine Solaranlage mit Speicher lohnt sich 2026 vor allem dann, wenn der Eigenverbrauch hoch ausfällt und der Speicher den tagsüber produzierten Strom in die Abend- und Nachtstunden verschiebt.

Auf Schweizer Dächern gehört Photovoltaik längst zum Standard, doch Erzeugung und Verbrauch laufen zeitlich oft auseinander: Die Anlage liefert tagsüber am meisten Strom, verbraucht wird aber vor allem abends. Genau an dieser Lücke setzt der Batteriespeicher an, indem er den Überschuss für später aufbewahrt. Ob sich die Zusatzinvestition auszahlt, hängt 2026 stark vom eigenen Verbrauchsprofil und vom Strompreis ab.

Der Zubau ist rasant: Laut Swissolar (2024) wurde in der Schweiz im Jahr 2023 eine Rekordleistung an neuer Photovoltaik installiert, wobei immer mehr Anlagen direkt mit einem Speicher kombiniert werden. Laut Bundesamt für Energie (BFE, 2024) stammt zudem ein wachsender Anteil der Schweizer Stromproduktion aus Sonnenenergie.

Wie ein Speicher den Eigenverbrauch erhöht

Eigenverbrauch bezeichnet den Anteil des selbst erzeugten Solarstroms, der direkt im eigenen Haushalt verbraucht wird, statt ins öffentliche Netz eingespeist zu werden. Ohne Speicher liegt dieser Anteil bei einer typischen Anlage bei rund 30 Prozent, weil der Grossteil des Stroms tagsüber anfällt, wenn zu Hause oft niemand ist. Mit einem Speicher steigt der Eigenverbrauch häufig auf 60 Prozent oder mehr, denn der gespeicherte Strom lässt sich abends und nachts nutzen. Da selbst genutzter Strom günstiger ist als zugekaufter, sinkt die Stromrechnung dadurch spürbar.

Infografik zur Wirtschaftlichkeit von Solar plus Speicher
Infografik zur Wirtschaftlichkeit von Solar plus Speicher

Was ein Speicher kostet

Ein Heimspeicher kostet je nach Kapazität meist zwischen 8’000 und 15’000 Franken. Als Faustregel gilt: Der Speicher sollte zur Anlagengrösse und zum tatsächlichen Stromverbrauch passen, denn ein überdimensionierter Akku rechnet sich nur selten. Vier Faktoren bestimmen den Preis massgeblich:

  • Kapazität: in Kilowattstunden, abgestimmt auf den Tagesbedarf.
  • Wechselrichter: teils integriert, teils separat.
  • Installation: Montage, Verkabelung und Inbetriebnahme.
  • Notstromfunktion: optionaler Aufpreis für Inselbetrieb.

Förderung und Wirtschaftlichkeit

Für die Photovoltaikanlage selbst gibt es die Einmalvergütung, eine Bundesförderung, die über die nationale Vollzugsstelle Pronovo ausbezahlt wird. Batteriespeicher werden zusätzlich gefördert, allerdings unterschiedlich je nach Kanton und Gemeinde. Bei der Amortisation eines Speichers muss man meist mit 10 bis 15 Jahren rechnen, wobei Strompreis, Eigenverbrauch und Förderhöhe den Ausschlag geben. Steigen die Netzstrompreise weiter, verbessert das die Rechnung zusätzlich.

Speicher und Wärmepumpe kombinieren

Besonders attraktiv wird der Speicher in Kombination mit einer Wärmepumpe, denn dann heizt der Solarstrom teilweise das Haus mit. Am häufigsten kommt dabei eine Luft-Wasser-Wärmepumpe zum Einsatz, die in Schweizer Neubauten und Sanierungen die verbreitetste Bauart ist. Wie der Heizungstausch 2026 gelingt, erklärt unser Ratgeber zur Wärmepumpe in der Schweiz. Damit Erzeugung und Verbrauch besser aufeinander abgestimmt sind, hilft zusätzlich eine intelligente Steuerung, wie sie im Ratgeber Smart Home für Einsteiger beschrieben wird.

Worauf man beim Kauf achtet

Wichtig sind Lebensdauer, Garantie und Wirkungsgrad des Speichers. Moderne Lithium-Ionen-Akkus halten 10 bis 15 Jahre und vertragen mehrere tausend Ladezyklen. Eine seriöse Fachfirma dimensioniert den Speicher passend zur Anlage und zum Verbrauchsprofil und übernimmt Anmeldung sowie Inbetriebnahme. Achten sollte man zudem auf den Wirkungsgrad bei Lade- und Entladevorgängen, denn jeder Umwandlungsverlust mindert den nutzbaren Solarstrom. Zwei Werte lohnen einen zweiten Blick: die angegebene Zyklenfestigkeit und die Garantiedauer, denn beide zeigen, wie belastbar der Speicher im Alltag ist.

Häufige Fragen

Lohnt sich ein Speicher ohne Förderung?

Das hängt vom Strompreis und vom Eigenverbrauch ab. Bei hohen Netzstrompreisen und gutem Eigenverbrauch kann sich ein Speicher auch ohne Förderung rechnen, allerdings dauert die Amortisation dann länger.

Wie gross sollte der Speicher sein?

Als Faustregel passt eine Kapazität, die etwa dem nächtlichen Strombedarf des Haushalts entspricht. Ein zu gross dimensionierter Speicher wird selten voll genutzt und rechnet sich entsprechend schlechter.

Wie lange hält ein Batteriespeicher?

Moderne Speicher halten in der Regel 10 bis 15 Jahre. Hersteller geben dazu meist eine Garantie auf eine bestimmte Anzahl Ladezyklen oder auf eine feste Anzahl Jahre.

Brauche ich den Speicher für eine Notstromversorgung?

Nur mit einer entsprechenden Notstromfunktion liefert der Speicher bei einem Stromausfall Energie. Diese Funktion kostet extra und ist nicht in jedem Modell enthalten.

Wann sich die Investition lohnt

Am ehesten rechnet sich ein Speicher bei hohem Eigenverbrauch, steigenden Strompreisen und einer Kapazität, die zum tatsächlichen Verbrauchsprofil passt. Wird die Förderung genutzt und der Speicher zusätzlich mit Wärmepumpe und smarter Steuerung kombiniert, sinkt die Amortisationszeit spürbar gegenüber einer isolierten Anschaffung. Wer dagegen tagsüber ohnehin viel Strom verbraucht, für den bleibt die reine Solaranlage ohne Speicher oft die wirtschaftlichere Wahl.

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